Monatsarchiv: Mai 2013

Dead Island Riptide – Hatten wir das nicht schon?

Dead Island Riptide

Dead Island Riptide

Wir sind zurück in der Südsee! Gerade hat das Dreamteam von Stereotypen die Flucht aus Banoi überstanden, schon werden die chinesische Kungfu Tante, der rappende Neger, der Redneck Football Spieler und die dunkelhäutige Sexgöttin noch auf dem rettenden Schiff erneut heimgesucht. Zu allem Überfluss kommt auch noch ein tumber Ami-Asi namens John (gaaaaanz ausgefallener Name) hinzu, der ebenfalls gegen das Virus immun scheint.

Geradeso entkommt man der maritimen Meute, nur um auf Palanai zu landen, einem Eiland das dem vorherigen erschreckend ähnlich sieht und dessen Bewohner den gleichen dahin modernen Charme innehaben. Es dauert also nach der Landung ca. 3,522 Sekunden bis wir wissen: auch diese Insel ist dem Untergang geweiht. Wir schnappen uns also den nächstgelegenen Stock und dreschen auf die Untoten – die im Übrigen sogar den gleichen Schneider wie die Zombiekollegen auf Banoi haben – ein, bis auch der letzte Schädel kracht.
Damit ist eigentlich alles über Dead Island Riptide erzählt, viel Spaß noch.

Spaß, natürlich! Es gibt noch mehr zu erzählen, wobei der Spieler des ersten Teils im Prinzip bereits alles kennt. Als Käufer des 2. Teils muss man sich folgende Punkte vor Augen führen:

  • Die Insel ist im Wesentlichen das Gleiche! Gleiche Grafik, gleiche Umwelt, gleiche Gegner (bis auf 2 oder 3 Ausnahmen).
  • Die Technik ist im Wesentlichen das Selbe! Gleiches Level System, gleiches Menü, gleiche Steuerung.
  • Die Handlung ist im Wesentlichen genauso wie im ersten Teil. Leuten helfen, Boese jagen, sich verpissen.
  • Der Sound ist im Wesentlichen identisch.
  • Und nun kommt es, der Spaß an der ganzen Zombie Schlachterei ist aber auch immer noch der Selbe!

Was wir mit Riptide in den Händen halten, ist mehr oder weniger eine Erweiterung des ersten Teils. Ob es jetzt fair ist dafür einen Vollpreis zu verlangen, dass sei einmal dahingestellt. Vom Umfang her würde ich sagen, ja. Vom Innovationsstandpunkt her, nein. Um meinen Charakter John bis zur Levelcap 70 zu bringen, habe ich 42 Stunden benötigt. Mit Tricks geht das bedeutend schneller, aber wo liegt denn da der Spaß?! Noch mehr zeitraubend ist wie bereits im ersten Teil, der Coop Modus online. Der macht wirklich Spaß, ist stabil und wird selten langweilig. Mit Level 70 und der besagten Zeit war ich bei den Trophys um die 80%, wobei zu erwähnen ist, dass es außergewöhnlich viele Goldene gibt (5).

Im Internet liest man zudem über diverse Bugs und Glitches. Manche davon sind wirklich dämlich, manche könnten aber auch anderen Spieleschmieden passieren. Mir persönlich begegnete einer bei den Sammel Trophys, als gefundene Tonbandaufnahmen nicht gewertet wurden. Ein wenig merkwürdig muteten auch die Wetterwechsel an, die von einer auf die andere Sekunde stattfanden. Dunkel wurde es dagegen (wieder) gar nicht, aber vielleicht reicht die Polarnacht bei Techland ja bis zum Äquator.

Schade war zudem, dass ich meinen Charakter aus dem ersten Teil nicht importieren konnte, da der erste Teil die amerikanische Version war und meine Riptide Version die Europäische ist. Nicht schön, aber kein Dealbreaker. Das es allerdings 2 Monate nach dem Release immer noch kein Patch zum fixen diverser Bugs gibt, ist meiner Meinung nach fast eine Frechheit.

Was ist also neu bei Riptide? Den erwähnten John kann man da als erstes nennen. Wer sich für John entscheidet, der muss sich auf endlose Platituden in Ami Slang gefasst machen, a la „Come on, Daddy needs some new shit!“ oder „Why I am the only doing this?“ Ein wenig mehr Vokabular hätte dem jungen Mann gut getan. Ansonsten sind seinen Fähigkeiten, gemessen an denen der Anderen, ein wenig mehr ausgeglichen.

Ein paar neue Waffen hat man sich auch einfallen lassen, wobei das Gros aus dem ersten Teil übernommen wurde. Es gibt jetzt mehr Sprengstoff Sachen, mehr Dinge zum werfen und ein paar neue Baupläne. Mit persönlich hat die Kettensäge sehr gefallen. Auch war mein Eindruck, dass man bei Riptide mehr auf Schusswaffen zugreifen konnte.

Bei den Gegnern wurde auch ein wenig der Polengrips angeworfen. Neben altbekannten Rammern und rotzenden Wasserleichen, wird man nun auch mit mutierenden Forschern, gammelnden Wasserzombies oder schreienden Hexen konfrontiert. Gefallen hat mir dabei, dass man alle irgendwie anders angehen muss um zum Erfolg zu kommen.

Tja, und das war es dann auch. Informellen Quellen zufolge, arbeitet Techland bereits an einem Nachfolger und anderen Projekten. Ich hoffe inständig, dass man beim dritten Teil versucht den Plot auf die nächste Ebene zu heben. Teil 1 war für mich eine Offenbarung, Teil 2 hat immer noch Spaß gemacht und sollte Teil 3 tatsächlich genauso enden, dann war es das für mich. Konstantes herumreiten auf bewährten Konzepten haben wir in der Spielwelt bereits genug, da bedarf es nicht noch einer endlosen Reihe von immer gleichen Dead Island Ablegern.

Mein Tipp für Spieler die den ersten Teil kennen: kauft dieses Spiel nachdem es unter die 20 Euro Marke gerutscht ist, anderenfalls könntet ihr enttäuscht sein.

Auf den ganzen einzelnen Krempel wie Steuerung, Grafik usw. gehe ich gar nicht erst ein, da alles wie beim ersten Teil identisch ist.


Chinesische Neuigkeiten

Momentan spielt sich in den chinesischen Medien viel spektakuläres ab. Mit dabei ist:

Chinesische Touristen

Da hat so ein fusseliger Furzknoten aus einer chinesischen Reisegruppe seinen Namen in eine altägyptische Skulptur von Luxor eingeritzt. Seine Nachricht an die Welt: “Ding Jinhao war hier”. Es ist natürlich etwas unpopulär so etwas in einen 3000+ Jahre alte Wand zu ritzen. Nach der Veröffentlichung im Web schlugen die Wellen hoch und sogar hochrangige chinesische  Politik haben an Touristen im Ausland appelliert sich zu benehmen. Das Korpus Delikti:

Ding Jinhao war hier!

Ding Jinhao war hier!

Humor gibt es auch noch: Quietscheente

Nachdem ja bekanntlich tausende tote Schweine aus dem Huang Pu in Shanghai gefischt worden sind, überlegten findige Internet User wie man dem großen Rivalen Hong Kong im Süden es mit seiner Riesenente im Hafenbecken gleich tun kann. Was liegt da näher als eine Schwein:

Original in Hong Kong:

Ente im Hafen

Ente im Hafen

Wunschobjekt der B2B User:

Schwein im Fluss

Schwein im Fluss

Ein paar gute Sachen gab es auch noch: Baby aus dem Rohr

Eine Schwangere hat „aus Versehen“ ihr Neugeborenes auf einer Toilette runter gespült. Der Säugling hatte Glück und blieb in der erste Kurve stecken, somit konnte man ihn aufwendig befreien.

Aus dem Rohr geschnitten

Aus dem Rohr geschnitten

Unheimlich aufregend, das alles hier…


3 Tage Dubai

Im schönen Flughafen wird man sogleich von Herren in weiße Roben in Empfang genommen. Hierbei handelt es sich nicht um den Ku Klux Klan, sondern vielmehr um die arabische traditionelle Tracht der Herren. Bei diesen Männern handelt es sich um die Polizei, welche beflissentlich Visas kontrolliert. Die Freundlichkeit dabei befindet sich ungefähr auf dem Niveau der SS während der Ghettoräumung von Warschau. Man wird nicht angesehen, gegrüßt oder in irgendeiner Art einer Aufmerksamkeit gewürdigt! Leider war das scheinbar kein Ausnahmefall, denn bei der Abreise zeichnete sich gleiches Bild ab.

Rose by Rotana

Guter Dinge brachten wir das hinter uns und begaben uns zum Gepäckband, als plötzlich eine infernalische Brüllerei startete: der Muezzin. Andere Länder, andere Sitten, auch im Flughafen… Die Koffer kamen gut an, also führte uns der Weg zum Taxistand. Als Schmied ist man ja nicht ganz doof, daher hatte ich mir im Internet schon herausgesucht, welche Taxigesellschaft gut ist, wie lange die Fahrt zum Hotel dauert und was diese kosten wird. Somit kamen wir auch nach 15 Minuten gut im Hotel an und auch der Check-in war schnell nach 5 Minuten erledigt. Im Zimmer dann erst einmal umgesehen. Als lokales Haus, gibt es im ganzen Hotel keinen Alkohol oder Schwein, daher herrschte in der Minibar ein wenig Ernüchterung; im wahrsten Sinne des Wortes. Das Zimmer an sich war nett, mit kleiner Küche, schönem Bett und im 33. Stock gelegen.
Als ich so auf dem Bett lag, fiel mir ein grüner Pfeil mit arabischer Beschriftung an der Decke auf. Ich dachte mir, auch in Arabien steigt Rauch auf, warum zur Hölle also machen die ihre Notausgangshinweise an die Decke?! Es kostete mich ein paar Überlegungen und einen Hinweis von einem Kollegen bevor ich herausfand: das ist schon wieder ein Mekkapfeil! Lange sollte uns das aber nicht aufhalten, somit gingen wir zu Bett um den neuen Tag frisch zu starten.

Unser Hotel war an der Hauptachse von Dubai gelegen (Scheich blablabla Avenue) und somit als zentraler Ausgangspunkt für touristische Aktivitäten ideal. Für eine Unterbringung auf der Goldmeile Jumeirah reichte die Reisekasse dann nicht mehr.
Wir machten uns also nach einem stärkenden Frühstück (ohne Speck) auf den Weg zum Burj Kalifa, seines Zeichen höchstes Gebäude der Welt. Nun muss man sich vor Augen halten, dass dort alles fährt und jedes Familienmitglied in der Regel ein eigenes Autos besitzt. Dementsprechend ist diese Stadt gebaut, mit zig Straßen aber wenigen Bürgersteigen oder Brücken. Da wir gerne alles erlaufen, machten wir uns zu Fuß auf den Weg, was sich als großer Fehler herausstellte.
Nach ca. 10 Minuten gehen hörte der Fußweg an der Hauptverkehrsstraße einfach auf… Wir versuchten einen Umweg zu finden, doch waren erfolglos. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als über die 6-spurige Stadtautobahn zu spurten, bei den Fuhrwerkparks in diesem Land ein lebensgefährliches Unterfangen. So hetzten wir also zwischen Hummern, Porsche Cayennes, 7-er BMWs und sonstigen Sportwagen hindurch, die konsequent mit 150 km/h auf uns zukamen. Leichte Parallelen zu dem Spiel Frogger kamen in mir auf. Der Weg führte uns weiter entlang der großen Straße, dem leicht sichtbaren Ziel entgegen. Suddenly a wild traffic light appeared! Angetan von diesem Relikt des kultivierten Fußgängers warteten wir auf grün. Und warteten…und warteten…und warteten…geschlagene 5 Minuten! Eigentlich könnte man auch einfach per Gesetz sagen: Fußgänger? Fuck You! Jedenfalls kamen wir nach 40 Minuten am Ziel an und wurden von einem Schild überrascht: Eintritt zur Aussichtsplattform im 1xx Stock: 420 Dinar (+/- 100 Euro), Reservierungen online unter blablabla. O.k. das war neu. Eintrittspreise ist man ja gewohnt, aber in der Höhe und nur unter Vorreservierung? Diesmal war es an uns, dass wir sagten: Fuck you!
Gleich um die Ecke steht das zweitgrößte Einkaufszentrum der Welt: die Dubai Mall. Also machten wir uns über eine vollklimatisierte Brücke auf den Weg dorthin. In mehr als 1,000 Geschäften bekommt man dort alles was das Herz begehrt, außer Bier und Speck.

Skyline

Um zu beschreiben wovon wir dort nun Zeuge wurden, muss ich kurz ausholen. Dubai als Stadt in den Emiraten ist für sein Reichtum (vom Öl) berühmt berüchtigt. Die Verschwendungssucht wird in dieser Stadt in Beton gemeißelt, sei es mit Gebäuden wie dem Burj Kalifa oder den beiden künstlichen Inseln Palm Islands. Dieser Umstand geht an den Einheimischen nicht vorbei, somit gibt es nur zwei Berufsgruppen unter den Arabern: Geschäftsleute oder staatliche Angestellte. Alle (wirklich ALLE) körperlichen Arbeiten werden von Philippinos, Indern, Pakistanis, Indonesiern oder Afrikanern durchgeführt. So kommt es, dass 40% der Einwohner Ausländer sind und die der Stadt ein tolles kosmopolitisches Flair verleihen. Dieser Umstand scheint bei den Arabern aber noch nicht angekommen zu sein. Die Gastarbeiter werden behandelt wie der letzte Dreck und das so offensichtlich, dass man als westlicher Tourist häufig beschämt ist. Wir wurden häufig Zeugen dieser Ungerechtigkeit und von der derbsten möchte ich hier erzählen.

Hotel pool

Wir befinden uns also in der Dubai Mall, die angeschlossen an ein Hotel/Service Apartment Hause namens The Address ist. Vor dem Haus werden gerade große Karossen von Indern geparkt, die arabischen Besitzer stehen daneben. Auf einmal schreit ein Einheimischer den Einparkenden an, ob er zu blöd zum fahren sei!? Offensichtlich war der Abstand zwischen den Wagen nicht zufriedenstellend. Der Angesprochene verneigt sich vor dem Araber und bittet um Entschuldigung. Dieser wird aber nicht müde ihn anzubrüllen, das er zu nichts nütze sei, er zurück in sein Land solle und das, ich zitiere: „Sprich gefälligst arabisch mit mir du Idiot, wir sind in Dubai!“. Als dann die Frau von dem Araber um die Ecke kommt ist alles aus und man macht ihn im Duett fertig. Ein Landsmann den wir später trafen und der dort vor Ort wohnt geht davon aus, dass der Delinquent durch diesen Vorfall sein Visa verloren wird und zurück nach Indien muss; weil er ein Auto zu dicht an einem anderen parkte.
Durch diesen Vorfall benommen, schlenderten wir nur ein wenig durch die Mall und machten uns alsbald auf, den gefährlichen Rückweg ins Hotel anzutreten.

Burj al Kalifa

Neben dem Hotel befand sich ein libanesisches Restaurant in dem man – umwoben vom ohrenbetäubenden Lärm der Hauptstraße aus 1001 Nacht – draußen sitzen konnte. Hier hatten wir dann unsere erste richtig positive Erfahrung, denn das Essen war gut, das Personal nett und alles lief glatt. Preislich bewegt man sich bei ca. 30 Euro für 2 Personen, für wirkliches Basisessen. Es gab Shawarma, Falafel und Salat, als Getränke frischen Apfel- und Mangosaft. Vorab reichte man einen Teller mit Gurke, Zitrone, Minze und Karotten als kleine Nascherei. Außerdem servierte man auch eingelegtes Gemüse, vergleichbar mit Senfgurken. Alles in allem sehr lecker.
Am 2. Tag sollte es in die Wüste gehen. Ein Blick in die Prospekte zeigte uns aber, dass die Preise erst bei ca. 80 Euro pro Person begannen. Da meine Frau großartig Reiern kann sobald man mit einem Auto auch nur Kurven fährt, habe ich mir gedacht, dass sparen wir uns. Stattdessen entschieden wir uns einen öffentlichen Strand in Jumeirah zu besuchen, diesmal per Taxi… Dieser Strand war noch langweiliger als der große Jahresrückblick mit Guenther Jauch im ZDF. Ein paar Palmen, keine Wellen, pisswarmes Wasser und scheinbar Domizil für alle Arbeiter. Wir waren an einem Freitag dort und wie man ja weiß, ist der Freitag in islamischen Ländern mit dem Sonntag bei uns gleichzusetzen. Es herrschte also ein Heidenbetrieb dort. Dadurch, dass dieser Strand eher für Arbeiter vorgesehen war, fielen wir dort auf wie bunte Hunde, was durchaus unangenehm sein kann. Wir entschieden uns daher den Ort schnell zu verlassen und zum Hotel zurück zu laufen. Durch seine Größe war das Gebäude leicht zu sehen, daher dauerte es gerade einmal 30 Minuten bis wir wieder dort waren.
Am letzten Tag hatten wir so ziemlich die Schnauze voll von dieser Stadt und entschieden uns die letzten Stunden am Pool zu verbringen. Andere Attraktionen wir Burj Al Arab Hotel oder die Jumeirah Flaniermeile haben wir ausfallen lassen, zu groß war die Enttäuschung.

Ein Fazit zu unserem Besuch ist schwer in Worte zu fassen. Wir sind uns allerdings einig, dass Dubai uns nicht wieder sehen wird. Die gesamte Stadt wirkt wie aus der Retorte, alles scheint sich nur um den oberflächlichen Schein zu drehen. Traditionellen Charakter oder ähnliches sucht man vergebens. Entlang der oben erwähnten Hauptstraße wurde ein ganzes Finanzzentrum mit Hochhäusern aus dem Boden gestampft, obwohl kein Bedarf vorlag. Fast alle diese Häuser sind leer! Das einzige was zählt ist zu zeigen wer man ist und was man hat, wobei beides im Irrwitz endet. Seien es die riesigen Hubraum Karossen oder modischen Details mit denen man sich schmückt. Es lässt sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hierbei um ein wahrscheinlich sehr kurzfristiges Intermezzo von Wohlstand und Größenwahn handelt.

Mall of Dubai

Den charakterlichen Eindruck den die Einheimischen hinterlassen haben tut sein übriges. Mit viel Macht/Geld kommt viel Verantwortung, doch wer mit seinen Arbeitspferden die das Land am Leben erhalten so umgeht wie wir es dort erlebt haben, der braucht sich nicht wundern, wenn das Pferd eines Tages beim Beschlagen austritt. Mein Frau und ich sind fest davon überzeugt, dass der Zustand wie wir ihn dort gesehen haben nicht lange anhalten wird und die Emiraten eines Tages hart auf dem Boden der Realität aufschlagen werden.


Erfahrungsbericht: Emirates von Shanghai nach Frankfurt

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen (Matthias Claudius aus „Urian’s Reise um die Welt“). Und weil das stimmt, hier mein Erfahrungsbericht aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, um genau zu sein: Dubai inklusive Flug.

Reisen bildet und weil ich noch nie in einem arabischen Land war, dachte ich mir einmal Dubai zu besuchen. Angesetzt waren 3 Tage, als Airline wurden – natürlich – die Emirates ausgesucht. Von Frankfurt aus ging es mit einer nigelnagelneuen 777 in 6 ½ Stunden nach Dubai. Emirates versuchen sich auf dem Markt neu zu positionieren, somit gibt man sich bei Bestuhlung der Flotte, Service und Pünktlichkeit redlich Mühe. Da ich als Anhänger des Lumpenproletariats über eine beschränkte Reisekasse verfüge, hat man mich in die Holzklasse verfrachtet. Ich lasse mich also nieder und hier mein Eindruck:

Platz
Anders als beispielsweise bei der Lufthansa, werde ich nicht gezwungen mir Extremitäten auszukugeln um bequem Platz zu finden (1,86m). Wenn ich die Lehne zurückschiebe, bewegt sich auch meine Sitzfläche ein wenig nach vorne, was ein bequemes Liegen ermöglicht. Der Vordersitz lässt genug Platz die Füße zu verstauen. Am Notausgang hat man zwar massig Fußraum, doch die Armlehnen sind nicht aufklappbar. Wer also mit seiner Ehegattin oder Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft Kuschi Kuschi machen will (Obacht: arabische Gesetzgebung), der ist in einer normalen Reihe besser aufgehoben. Uns war es egal, der Flieger war nämlich leer und wir hatten eine 4-Reihe für uns allein.

Entertainment
Hier wurde es dann abgefahren. Was sich da auf dem Touchsrceen vor einem abspielte war nicht mehr normal. Eine Auswahl an 152 Filmen, Hunderten von Serien und Shows (inkl. 12 x Family Guy, 10 x HIMYM, 8 x Modern Family usw.), Dokumentationen und Radiosendern. Pornos gab es nicht, nur um die Info zu komplettieren. Auf dem Rückflug im A380 gab es die gleiche Auswahl, doch das Angebot wurde noch zusätzlich durch W-Lan Zugang während des Fluges ergänzt.

Service
Nun, die Berufsgruppe der Saftschubsen besticht nicht unbedingt durch Maskulinität, so auch bei den Emirates. Die Gruppe war bunt gemischt aus aller Herren Länder, nur nicht aus Arabien (woran das lag wird sich mir später noch erschließen). Neben dem obligatorischen pinken Purser waren auch die Stewardessen allesamt freundlich und bemüht, nicht wie bei der LH, wo man bei jeder Frage die Fäuste zur Deckung hoch nimmt, um nicht von der 80 kg Schwäbin in den Wechseljahren durch die Eco geboxt zu werden. Alk gab es zu Genüge, was auf Flügen nach Saudi Arabien nicht der Fall ist.

Happi Happi
Wie zu erwarten gab es eine Auswahl zwischen orientalischen und westlichen Gedeck. Auch hier lässt man die Konkurrenz im Regen stehen, alles war ausgezeichnet und vor allem: frisch!

Ein paar Eigenheiten hat die Airline aber auch. So wird zum Beispiel ständig auf einem Kompass angezeigt wo sich gerade Mekka befindet. Also bitte nicht wundern, wenn sich plötzlich ein paar Jungs im Notausgangbereich auf den Boden werfen, dies gilt Allah, nicht euch.
Wer im A380 mal die 1. Klasse besteigt (soll ja vorkommen…) kann während des Fluges duschen! Für Biz und 1. Klasse steht zudem eine richtige Bar im OG zur Verfügung.
Als nettes Detail möchte ich noch den Sternenhimmel in allen Maschinen erwähnen. Sobald es dunkel wird, erleuchten Tausende kleine Sterne den Himmel im Flieger.
Das Meilenprogremm der Emirates nennt sich Skywards und ist relativ einfach zu handhaben. Das Sammeln verläuft deutlich einfacher als bei Konkurrenzprogrammen, der Verfall dauert länger (3 Jahre) und die Grenze für Upgrades ist niedriger.

Bei solch einem Service kann man nur entspannt ankommen, also geht es sogleich weiter im DBX, dem Dubai International Airport.


Dubai Regeln

Dies wird unser Hotel fuer 3 Tage Dubai sein. Wenn jemand eine Reise unternimmt, tut er ja in der Regel gut daran, sich ueber Land und Leute zu informieren. Ueber das Hotel bleibt zunaechst zu sagen, dass es eine arabische Kette ist, die ausschliesslich Halal unterhaelt. Dies bedeutet, kein Alkohol und kein Schweinefleisch im gesamten Haus. Cocktail am Pool und Fruehstueckspeck faellt halt diesmal aus (kennen wir ja bereits aus Malaysia)! Was mir nicht ganz einleuchtet sind die Begebenheiten am Pool. Duerfen wir da in Schwimmsachen rumluemmeln oder nicht?! Ich gehen davon aus, dass ein ausfuehrliches Do and Don’t do im Hotel ausliegen wird.

Auch sonst gehoert Dresscode Reglementierung zum Alltag. Nicole sollte sich bis ueber das Knie bedecken und nicht schulterfrei herum laufen. Fuer mich gilt ebenfalls Short Abstinenz. Bei zu erwartenden 30C nicht unbedingt verfuehrerisch, doch was tut man nicht alles fuer ein Stueck touristisches Neuland.

Gerne geprueft wird ja auch immer der Airport Transfer. Was man so lesen darf, gibt es entweder Hotel pick-up (30 Euro), Bus (? Euro) und Taxi (ca. 11 Euro). Wir entscheiden uns fuer den Mittelweg die 16 km zum Hotel zu bewaeltigen und waehlen Taxi, denn die scheinen sehr zuverlaessig. Hier deren Internetpraesenz: http://www.dubai-taxi.com

Bei nur 3 Tagen wird es ohnehin eher geruhsam zugehen. Den einizgen Pflichtermin auf der Agenda stellt ein kurzer Ausflug in die Wueste dar, etwas was man mal gesehen haben sollte. Ansonsten ein paar Fotos hier, ein wenig Shopping da, fertig ist die Laube.


China Aktionismus: Stop BBQ gegen Smog!

Dies hier ist ein Straßen BBQ wie man es zu späterer Stunde überall in China findet:

BBQ 2

Egal zu welcher Jahreszeit, werden diese Gefährte nach 21 Uhr ausgepackt und die Nacht hindurch an Taxifahrer, Feiernde oder schlicht Schlaflose verkauft. In der Regel findet man sie vor jedem größeren Wohnkomplex oder signifikanten Plätzen wie bspw. Bahnhöfen.

Wie ich zuvor schrieb und man es auch in Europa lesen konnte, leidet China momentan an einem ziemlichen Smog Problem. Hervorgerufen durch Verkehr sowie den andauernden Industrie Boom, beträgt die Sicht in Städten manchmal unter 50 Meter; ohne Nebel. Hauptverursacher – da sind sich alle einig – sind die beiden eingangs genannten Faktoren. Doch, was tun wenn man den Aufschwung nicht abbremsen will, doch das Volk nach Sauerstoff ruft? Fabriken abschalten? Umweltauflagen erlassen? Verkehrsaufkommen eindämmen? Nein, BBQ verbieten! Ein Aufatmen geht durch die Großstädte, denn durch das Verbot von insgesamt 10,000 BBQ Ständen (landesweit) wurde das Smog Problem gelöst, die Volksseele kann gelassen auf steigen Lebenserwartung blicken.

Doof nur, dass das Volk nicht ganz so doof ist wir es die KP möchte. Die Reaktionen im Web auf diese Aktion sind durchweg zynisch bis verständnislos. Wieder einmal wird der Kleinste im System verdrängt, während der Hubraum der Kader Autos verdoppelt wird.

Wenn das der große Vorsitzende wüsste…

BBQ


Die letzten 3 Monate…

…in Bildern. Traditionelles amerikanisches Thanksgiving Dinner:

Thanksgiving dinner group

Thanksgiving dinner table II

Thanksgiving Nicole

Das Hunan Style Restaurant „Gu Yi“ wird heimgesucht:

Dinner at Guyi

Dinner II

Dinner

Im Bambuswald:

CNY Nicole 3

CNY kiss


Psy (Gangnam Depp) in Shanghai…

Gangnam Depp

Also nicht nur das der mit seinem Lied seit Juni letztem Jahres nervt (ich gebe ja zu, dass es mal lustig war), er wird auch nicht müde sich darauf auszuruhen. Die Intention des Stücks ist eine gewisse Ironie über das Snob Leben in Seoul im besagten Stadtteil. Durch diesen Umstand konnte er sich ja einige Pluspunkte einheimsen. Um so mehr verwundert es, dass er ausgerechnet in Shanghai im groessten Yuppie Laden (Cuvve) auftritt. Einlass nur mit Einladung oder man bucht einen Tisch mit Minimum Verzehr von RMB 20,000 (2,400 Euro). Jaja, moderne Zeiten machen auch vor Koreanern nicht halt. Artikel by Smart SH


Wenn jemand einen Unfall hat…

…und dabei sein gesamtes Erspartes in bar sich auf der Straße verteilt, dann lässt man das Opfer liegen und klaut ihm die Kohle. So zumindest in Shanghai.

Kurz: ein Wanderarbeiter hat sich auf den Weg mit RMB 17,600 auf seinem Roller zur Bank gemacht, hatte einen Unfall und die gesamten Banknoten lagen auf der Straße. Schaulustige klauten seine Ersparnisse, keiner hat geholfen. Blöd nur, dass diverse Kameras das ganze aufgezeichnet haben und nun eine Welle der Empörung durch die chinesischen Medien ging. Immerhin haben viele Leser nun Geld gespendet, damit der Mann seine gestohlenen RMB zurück bekommt. Außerdem wurde den Dieben eine anonyme Möglichkeit geboten das Geld zurück zu geben, doch nur rund RMB 7,800 kamen zusammen.

Das Ereignis hat so viele zum Spenden veranlasst, dass die Gesamtsumme bereits weit über dem Verlust liegt. Der Wanderarbeiter seinerseits wird alles zusätzliche Geld für gemeinnützige Zwecke spenden. Ein feiner Zug.


Totenzeremonie

Heute Morgen bin ich auf dem Weg zur Arbeit in eine Totenzeremonie geraten. Diese habe ich bis dato immer nur teilweise wahrgenommen, deshalb war es recht interessant.
Ein Gruppe Menschen, angeführt durch eine nahestehende Person die ein Foto des Verstorbenen vor dem Bauch trägt, geht durch die Nachbarschaft wobei sich Freunde, Nachbarn, Kollegen und Familie anschließen. Hinter dem Fototräger ist einer weitere Person mit einer rot eingeschnürten Box, ich gehe davon aus, dass es die Asche des Verstorbenen ist. Die ganz Prozession verläuft sehr langsam. Die Ehefrau des Verstorbenen hat ziemlich gelitten und nahezu gebrüllt vor Weinkrämpfen. Alles war sehr beeindruckend.

Am häufigsten habe ich bisher die Verbrennungen von Wünschen gesehen. Das passiert in den Abendstunden auf der Straße, wobei Papier mit Sprüchen darauf verbrannt wird, in Erinnerung an einen Verstorbenen.