Saigon (HCMC) – Vietnam

Es ging also weiter per Bus gen Saigon. Zunächst sollte uns ein Liege-Doppelstock-Bus nach Phnom Penh bringen. Angesetzt waren 4 Stunden, was wir auch realisierten. Start war gegen 20 Uhr. Was dann geschah, spottete jeder Beschreibung. Wie weiter unten erwähnt, wir die Straße primär für Containerverkehr benutzt. So kam es, dass wir vor Kurven ganzen Kolonnen LKWs überholten, LKWs ohne Licht auf der Landstraße fuhren und unser Fahrer ständig am Telefon hing wobei er einmal auf den Seitenstreifen geriet und der ganze Bus über die Gegenfahrbahn schlenkerte. Unser Platz war oben, direkt vor der Windschutzscheib, somit sahen wir die LKWs auf uns zurasen, während unser Fahrer die Ruhe weg hatte. Noch nie –NIE – hatte ich solche Angst! In Phnom Penh, kurz vor unsere Ankunft wurden wir dann noch Zeuge eines Unfalls mit mehreren Rollern. Auf der Straße lag eine tote Mutter samt kleinem Mädchen in ihren Blutlachen. Nur mit Beherrschung konnte ich vermeiden mich zu übergeben.

Am Busbahnhof wartete bereits der Bus nach Saigon. Für die knapp 300km waren 6 Stunden angesetzt, eine fatale Fehleinschätzung. Der Fahrer hier war etwas fähiger, so dass es nicht lange dauerte bis Nicole eingeschlafen war. Der Weg führte uns über eine Buckelpiste durch die Provinz und für Stunden sahen wir kein Licht noch Gegenverkehr. Links von uns konnte ich einen Fluss wahrnehmen, doch alle Brücken waren mehr oder weniger Pontongebilde die jedes Mal ein Heidenlärm machte wenn wir sie passierten.

In der Morgendämmerung näherten wir uns der Grenze, doch vom passieren war keine Rede. Nein, wir standen da 2 Stunden rum, denn der Betrieb wurde erst um 8 Uhr morgens aufgenommen. Die Prozedere beim Übertritt war unorganisiert und zeitraubend, Nach nochmal 1,5 Stunden ging es weiter auf vietnamesischen Boden. Es dauerte nochmals 3 Stunden bis wir ankamen, somit hatte die sich die Reisedauer von 6 Stunden auf 11 Stunden erhöht, was summa summarum 15 Stunden Busfahrt von Sihanoukville bedeutet. Das war das erste und letzte Mal das wir so etwas getan haben.

In Saigon wussten wir zunächst erst einmal nicht wo wir waren. Das unser Hotel lediglich 300 Meter entfernt war, war uns nicht klar. Ein Taxifahrer bot uns seine Dienste an und wir nahmen an. Da wir keine Dong hatten, bestand er bei einem befreundeten Juwelier zunächst Geld zu tauschen. Somit wurden wir einmal beim Taxientgelt um ca. 6 Dollar beschissen und beim Tausch nochmals um 12 Dollar. Tja, aus Erfahrung lernt man eben.

Da waren wie nun in Ho Chi Minh City oder einfach Saigon. Man hat ja zwangsläufig durch die Historie schon viel davon gehört, doch real ist es wie immer ein wenig anders. Unser Hotel war das Tan Hai Long genau in der Mitte des District #1. Ideal gelegen um alles per pedes zu erreichen. Wir hatten nun 2 Tag Zeit bevor unsere Familien eintrafen. Genutzt haben wir diese zunächst, um uns von der Busfahrt zu erholen und die wichtigsten Touristendestinationen abzuklappern.
Da wären das War Museum (lustige Einrichtung mit einem Haufen unreflektierter Sch***se), der örtliche Fake Markt, die Oper und die Flusspromenade. Alles in allem eine tolle Stadt, die zwar hektisch ist, aber dennoch durch das freundliche Wesen der Vietnamesen etwas Schönes ausstrahlt. Uns hat Saigon sehr gefallen!

Am 2. Januar kamen dann unsere Familien nach und nach aus Bangkok, Singapur und Shanghai eingetrudelt. Jeden erst einmal mit einer Pho abgespeist, hatten wir unser erstes schönes Abendessen in der Stadt. Überflüssig zu erwähnen, dass wir alle im selben Hotel untergebracht waren. Für Nicole’s Eltern war dies der erste Auslandsaufenthalt in ihrem Leben und für alles die erste Vietnamreise überhaupt. Doch schon einen Tag später am 3. Sollte uns ein eigens gemieteter Bus zu unserem finalen Reiseziel bringen.

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