Tuol Sleng & Killing Fields – Kambodscha

Wenn man einmal in Phnom Penh ist, dann kommt man um die schreckliche Geschichte der Stadt nicht herum. Das Tuol Sleng Genocide Museum und die Killing Fields sind zwei obligatorische Ziele in der Hauptstadt, um mehr über die Herrschaft der Khmer Rouge zu lernen.

In der Regel beginnt man mit dem Museum im Stadtgebiet, wohin man von einem TukTuk Fahrer gebracht wird. Diese ehemalige Schule wurde von dem roten Khmer als Folterlager genutzt, bevor die Häftlinge zu den Killing Fields abtransportiert wurden. Unter Hodenquetschung, dem neuerdings wieder populären Waterboarding und dem Hinrichten von Familienangehörigen hat wohl noch jeder gestanden; was immer es auch war.

Ziel der Maoisten war es die Intelligenz auszurotten. Nun, dies ist ihnen fast gelungen, denn nach der Befreiung durch Vietnam gab es im gesamten Land noch 3 Lehrer und 2 Ärzte. Phnom Penh war menschenleer, denn seine Bewohner mussten auf die Felder. Wer das Soll nicht erfüllt wurde wegen Sabotage erschlagen, erdrosselt oder – im besten Fall – erschossen. Dieses Museum legt Zeugnis über das Dunkle im Menschen ab. Durch die zeitnahe Vergangenheit und die akribische Dokumentation der Schergen sind noch sehr viele originale Ausstellungsstücke vorhanden, was das Ganze noch intensiver macht.

Der TukTuk Fahrer wartet vor dem Eingang um den Besucher zu den Killing Field zu fahren. In etwa einer Stunde erreicht man dieses Gebiet vor den Toren der Stadt. Zunächst sieht alles recht nüchtern aus, bis man sich dem Turm in der Mitte des Geländes nähert. Am Eingang hat man ein Tonbandgerät samt Kopfhörer ausgehändigt bekommen, dass in sämtlichen Weltsprachen vorhanden ist,. So bekommt man Schritt für Schritt erklärt was es auf sich hat, mit den Killing Fields.

Der o.g. Turm beinhaltet exhumierte Gebeine von Opfern. 4 Etagen Schädel, Knochen, Kleidungsstücke. Die Geschichten die einem dabei ins Ohr erzählt haben sind schauerlich und durchzogen von Gräueltaten aller Güte. Der Weg führt vorbei an Massengräber wo man immer noch nach starkem Regen auf Knochen stößt, Wegsteinen und anderen Relikten dieser Zeit. Es ist schwer zu erfassen was dort vor sich ging. Der Satz: „10 Tote sind eine Katastrophe, 10,000 Tote nur eine Zahl“ drängt sich mir auf. Ich deute ihn stets so, dass es manchmal gar nicht möglich ist die Tragweite einer Katastrophe zu erfassen.
Kein schöner Ausflug in Kambodscha, aber unumgänglich für jeden Reisenden dort.

KF - Skull tower

KF - Skulls

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Über arsteutonicus

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