Shenzhen führt „Erste Hilfe Gesetz“ ein

Zugunglück

Wer in Deutschland an einem Verletzten vorbeigeht ohne Hilfe zu leisten, der kann u.U. mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung rechnen. In China, gibt es so ein Gesetz nicht.  Wer in China einen Unfall hat, kann froh sein, wenn ein Umstehender für einen Moment stoppt Fotos mit seinem Handy zu schießen um die Ambulanz zu rufen. In der Regel liegt man dann da, bis diese irgendwann eintrifft (mit viel Glück).

China ist berühmt berüchtigt für seinen egoistischen Umgang mit Mitmenschen. Lässt sich dann doch mal jemand herab zu helfen, wird er unter Umständen noch verklagt. Es gab da den Präzedenzfall der Großmutter die ihren Helfer verklagte und behauptetet, er hätte sie gestoßen anstatt zu helfen. Dieser ging dann für 3 Monate in den Knast bevor mit einem Video das Gegenteil bewiesen werden konnte.
Erste kuerzlich ging ein Fall durch die Medien, bei dem ein Retter auf 500K Yuan verklagt wurde. Dieser junge Mann wollte 3 Kinder aus einem See vor dem Ertrinken retten, es klappte aber nur bei 2. Die Eltern des 3. Kindes verklagten den Mann….

Nun, Shenzhen hat jetzt als erste Stadt Chinas ueberhaupt eine Gesetz zum Schutze solcher Menschen erlassen. Das s.g. „Good Samritan Law“ verhindert, dass bei missglückten Rettungsaktionen die Retter verklagt werden können und gewährleistet auch in weiteren speziellen Fällen mehr Beistand. Wegen unterlassener Hilfeleistung kann man immer noch nicht belangt werden, aber immerhin ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Für Reisende sei  noch mal erwähnt: bei einem Unfall in China wird einem in der Regel nicht geholfen, auch wenn man blutend auf der Hauptverkehrsstraße liegt! Es gilt sich entsprechend darauf einzustellen.

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Über arsteutonicus

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2 responses to “Shenzhen führt „Erste Hilfe Gesetz“ ein

  • eatandtravelasia

    Hallo arsteutonicus,

    ich rätsele die ganze Zeit, wie ich dich kontaktieren kann, ohne einen Kommentar zu schreiben… Was ich fragen wollte: welchen funktionierenden VPN-Dienst nutzt du denn in China? Ich wollte es mit iPredator aus Schweden versuchen.
    Das mit dem Tätowierer war nur ein Scherz, ich lasse es in Deutschland fertig stechen, wenn ich zu Besuch bin. Ansonsten liegt mir Shige in Japan noch in der Nase (www.yellowblaze.net).

    Gruß Kolja
    (kolja.conrad@gmx.de)

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