Rezension – Tomb Raider (2013)

Cover

Als ich 1997 das erste Mal Tomb Raider in die PS1 einlegte, war ich fasziniert von den (nicht ganz so runden) Rundungen Lara Crofts. Aufgrund dieses Spiels, sollte sich ein Merchandising entwickeln, dass über Jahre hinweg Action Adventure dominierte; mit Filmen, Spielen, Comics und pipapo.

Im Jahr 2012 aber hatte sich die Serie selbst überlebt. Sexbomben gab es in Spielen mittlerweile zu genüge und auch die Mechanik als solche wurde mittlerweile breit gefächert angewendet. Die Mischung zwischen Sex-sells und Adventure war Mainstream mit dem man niemanden mehr hinter dem Ofen vorlocken konnte. Was macht also Eidos? Eine Kehrtwendung! Lara sollte von nun an als Frau ernst genommen werden, also erschuf man Lara Croft in Tomb Raider 2013.

Wir erwachen auf einem Schiff. Es wackelt, Wellen schlagen gegen die Außenwände und etwas scheint nicht zu stimmen. Lara verlässt ihre Kajüte um nach dem Rechten zu sehen, doch es ist zu spät, das Schiff havariert. Sie erwacht am Strand einer fremden Insel und muss feststellen, dass sie leicht verletzt als auch mutterseelenallein ist. Also macht sie sich auf die Insel zu erkunden um Hilfe zu finden.

Lara beweget sich hierbei – trotz Verletzung – sehr leichtfüßig. Die Steuerung der Figur ist einfach, sodass das Erklimmen von Klippen oder das Bedienen des Bogens schlichtweg Spaß macht. Das Klettern als solches scheint ein wenig anspruchsvoller als bspw. beim Benchmark Unchartered in dem man wirklich bekloppt sein muss um überhaupt abzustürzen. Lara fällt das klettern ein wenig schwerer, noch gefördert durch QTE an markanten Stellen. Auch kann man nicht immer auf Teufel komm raus losklettern, sondern muss manches Mal Dinge vorbereiten damit man das Ziel erreicht. Dieses etwas anspruchsvollere Klettern macht allerdings auch mehr Spaß und hebt den Anspruchsgrad – etwas was wir an anderen Stellen des Spiels noch vermissen werden,

Unsere Umwelt ist sehr detailliert, wenn auch dunkel. Was die Grafik angeht, so kann man nicht viele ebenbürtige Spiele nennen was Detailreichtum, Weitsicht und Flüssigkeit angeht. Schatten, Feuerschimmer oder Windreaktion sind ausgezeichnet umgesetzt worden.

Beim Punkt Feuer haben sich die Entwickler mal so richtig ausgelassen. Sei es zwecks Licht oder um Passagen zu öffnen, ohne Fackel läuft in diesem Spiel nichts.

Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass unsere Freunde vom Schiff noch leben, doch mit der Insel als solche etwas nicht stimmt. Wir teilen uns also auf um herauszufinden, wo der Zusammenhang zwischen der japanischen Besetzung im 2. WK und einem merkwürdigen neuzeitlichen Kult liegt. Lange dauert es nicht und wir begegnen den ersten finsteren gesellen die uns ans Leder wollen. Frisch geübt im Bogenschießen (das Spiel führt hervorragend gut in die Fähigkeiten ein), ist es uns möglich so ziemlich alle im Schleichmodus zu eliminieren. Zu einem späteren Zeitpunkt erhalten wir neben dem Bogen noch Pistole, Schrotgewehr und Sturmgewehr. Alles ist ausbaubar und RPG-mäßig mit weiteren Skills zu versehen. Da die Gegner (inkl. Tiere) sukzessive stärker werden, ist ein angemessenes Ausbauen angebracht. Erwähnt sei, dass der Schwierigkeitsgrad jederzeit justiert werden kann, auf Trophäen wirkt sich dieser ohnehin nicht aus. Während am Beginn des Spiels die Gegnerhorden noch relativ einfach zu bewältigen sind, wird es gegen Ende schon ein wenig schwerer, sodass eine Taktik angebracht ist.
Tomb Raider Junkies werden selbstverständlich auf eine ordentliche Portion Rätsel bauen. Nun, hier wird die erste Enttäuschung warten. Das Niveau der Rätsel liegt so ungefähr bei der 6. Klasse Hauptschule. Zu allem Überfluss, hat man noch eine Hilfetaste die einem mittels Lichtschein unterstützt. Nun, hier hat man augenscheinlich dem Trend zum Casual Game genüge getan. Die zahlenmäßig sehr überschaubaren Grabstätten mit Rätseln sind hübsch inszeniert, doch fesseln nur kurz.
Neben diesen Rätseln kann man sich die Zeit auch noch anderweitig vertreiben. Es gilt GPS Caches zu finden, Aufzeichnungen von verschiedenen Personen und Artefakte. Der Sammelwut ist da kaum ein Ende gesetzt, aber wird sie wieder vereinfacht, denn man findet überall eine Karte mit Fundorten. Hat man das erledigt, kann man diverse Tiere für EXP jagen oder einfach die Umgebung genießen, denn die ist es definitiv wert. Alles in allem gehen so zwischen 10 und 20 Stunden drauf, je nachdem wie detailliert man spielt.

In den üblichen Sparten heißt das:

Sound: die englische Stimme von Lara ist klasse und so sind es auch die restlichen Protagonisten. Die Musik ist passend, gut abgestimmt und richtet sich nach den momentanen Geschehnissen. Allein die Schusswaffen klingen irgendwie wie aus der Konserve. Ich würde ihm ein 7/10 geben

Grafik: wie oben erwähnt, es ist ein echter Hingucker. Überraschend ist bei so viel Detailreichtum die kurze Ladezeit. Allein der MP Modus scheint mir ein wenig abgespeckt, doch das kann täuschen. Von mir ein 9/10.

Spielzeit: als Jäger und Sammler hat es mich 18 Stunden meines Lebens gekostet um den Einzelspielermodus bei 49% Trophäen und 96% Fortschritt abzuschließen. Wer darauf besteht kommt bestimmt über 20 Stunden und der MP sorgt für ein paar weitere Stunden Spaß. Trophäen Jäger werden um den MP Nicht herum kommen, denn ein beträchtlicher Teil muss online verdient werden. Bei mir bekommt es 8/10.

Spaß: hier wird es knackig, denn das ist Laras Vorteil. Bedingt durch einfache Steuerung und schöne Umwelt, macht es einfach Spaß die Insel zu erkunden. Die Geschichte tut ihr übriges um ein unvergessliches Spielerlebnis zu garantieren. Dafür das Tomb Raider bei mir nur als Sekundärkauf gehandelt wurde, habe ich einen Heidenspass damit gehabt; daher 9/10

Als negativ möchte ich noch anmerken, dass man nach der Schnellreise in menschenleere Gebiete transferiert (weil ja bereits abgeschlossen). Eine paar wiederbelebte Gegner wären zur Abwechslung nett gewesen, so ist es wie Urlaub in der Lueneburger Heide.

Ich persönlich empfinde Lara immer noch als Sexikone, selbst wenn sie knöcheltief in Blut watet. Was sich geändert hat, ist das sie jetzt erwachsener oder meinetwegen seriöser ist. Eines sollte man nämlich beherzigen: es ist kein Kinderspiel mehr und an mancher Stelle doch schon recht brutal. Meiner Meinung nach ist es Eidos als einer der wenigen gelungen, eine alte Reihe neu zu beleben. Resident Evil oder Final Fantasy könnten sich daran mal ein Vorbild nehmen.

MP Ergänzung:

Mangels Ersatz, schlage ich mich seit 2 Tagen im Tomb Raider MP herum. Da gibt es schon einige Schnitzer die ich gerne erwähnen würde. Das Gute zuerst, da herrscht eine Mordsverkehr und das Auffinden von Matches ist eine Sache von Sekunden. Das ist wohl letztendlich auch der Verbindung zu den Trophäen geschuldet. Es gibt 4 Versionen: Deathmatch (typisch), Cry for Help (Sammelaktion), Transmission (Arealverteidigung) und Everybody hates everybody (jeder gegen jeden). Transmission gefällt mir ganz gut dabei. Das Level- & Aufbausystem funktioniert im wesentlichen wie beim SP.

2 Kritikpunkte:

1. Es gibt einen Überbogen und eine Minigun in jedem Level. Einmal gefunden, radierst du alle aus. So ein Blödsinn…
2. Die Levelangleichung geht gleich mal gar nicht. Wenn ich mit meinem suessen Lv. 8 einsteige und sich da Leute in den ’50 und 60′ Bereichen herumtreiben, sehe ich echt alt aus. Kann natürlich auch an meinen Noob Vermögen liegen…

Advertisements

Über arsteutonicus

Zu lange hier und zu wenig dort. Aber immer irgendwie am richtigen Platz. Zeige alle Beiträge von arsteutonicus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: