Kyoto & Osaka in Japan – pt. 6 und Fazit

Nach dem eher mäßigen ersten Tag in Osaka, sollte der 2. nicht viel besser werden. Mangels Masse an Zielen, entschieden wir uns nur ein paar Malls anzusehen, unter anderem die im Hauptbahnhof. Da gab es dann tatsächlich noch einmal etwas was uns staunen ließ.  In den Untergeschossen gibt es diverse Fressmeilen, die an Umfang und Auswahl wohl kaum zu übertreffen sind. Auch viele deutsche Unternehmen waren dort vertreten, hauptsächlich im Dessert/Kuchen Bereich, aber auch Paul Boccuse hatte seinen Delikatessenstand dort aufgeschlagen. Es gab in etwa alles was man sich vorstellen kann, gegen entsprechende Münze selbstverständlich. Vom Roast Beef hin zu Tuna Sashimi direkt aus dem ganzen (Fisch) geschnitten, von frittierten Riesengarnelen (Tempura) bis zur Schwarzwälder Kirschtorte, einfach alles! Haben uns dann auch mal schnell einen Muschelsalat und marinierten Tintenfisch mitgenommen.

Supermarkt

Supermarkt

So gingen auch die Stunden ins Land und nachdem wir wieder am frühen Nachmittag im Hotel waren, entschieden wir uns doch einmal den Spa Bereich zu besuchen, trotz extra Bezahlung. Nach dem Schwimmen, begab ich mich in das Onsen. Zahlreiche splitternackte Japaner hatten sich bereits eingefunden, denn dies ist ein beliebter Zeitvertreib nach der Arbeit. Zwischen den ganzen Nackedeis schwirrten auch Masseusen und Putzfrauen herum, Berührungsängste gibt es scheinbar keine. Es bleibt zu sagen, dass ich hier mit meinen Tätowierungen keine Probleme hatte, während ich in einem öffentlichen Onsen evtl. nicht hätte eintreten dürfen. Tätowierungen werden noch immer mit der Yakuza assoziiert, somit wird mit Schildern darauf hingewiesen, dass Tätowierte zu Onsen keinen Zutritt haben.

Das Onsen besteht aus einer (banalen) Sauna, einem heißen Becken, einem kalten Becken, einem Ruheraum, einem Körperpflegeraum und Massage. Geredet wird darin nur selten, anders als bei uns. Interessant ist die Zusammensetzung, denn da kam z. B. der Chef mit seinem Assistenten in die Sauna. Im Ruheraum haben die alten Säcke auch keine Probleme sich vor allen die Nuttenanzeigen in der Zeitung anzusehen. Alles schon ein wenig bizarr, aber wohltuend.

Wie ich später erfahren durfte, hatte die Damenseite zwar eine Sauna inne, den Rest allerdings nicht. Warum musste also meine liebe Frau das gleiche bezahlen?

Im Anschluss entschieden wir uns noch einmal wie die Japaner zu leben. Vorher ging es aber noch mal in die Lounge zum „lustig“ werden. Danach wieder ab ins Amüsierviertel, wo noch ein paar Bilder geschossen wurden. Die eingangs erwähnten Männer in Anzügen fanden das teilweise nicht so gut, was Nicole nicht daran hinderte, neben ihnen einen 500 Yen Apfel zu kaufen (3 Euro)! Obendrauf gab es 5 Mandarinen umsonst, immerhin. Gleich um die Ecke war ein großer Supermarkt. Dieser Markt bestach durch seine Sauberkeit und seine frisches Angebot. Im Eingangsbereich gab es eine lange Theke mit Mikrowellen, wo man seine gekauften Lunchboxen aufwärmen konnte. Also haben wir uns ein wenig im Markt eingedeckt, uns dort hingesetzt und zu Abend gegen. Was soll ich sagen? Sogar dieses Supermarkt Essen war ausgezeichnet, wirklich Wahnsinn… Ich brauch wohl nicht zu erwähnen, dass in dieser Essensecke alles sauber, geordnet und tadellos war; in einem SUPERMARKT!

3 Euro Apfel

3 Euro Apfel

Schweinekoch!

Schweinekoch!

Damit beschlossen wir unseren Tag, am nächsten Tag um Elf Uhr sollte uns der Zug zurück zum Kansai Airport bringen, wo es mit China Eastern zurückging. Der Checkout, die Zugfahrt, der Check-in, alles ohne Probleme, lediglich der Rückflug war etwas holprig, da wir in die Höhenwinde das Taifuns kamen, der gerade zuvor die Philippinen verwüstet hatte. Apropos, unser ursprüngliches Urlaubsziel was Cebu auf den Philippinen, Glück gehabt würde ich sagen.

 Nun, was hat uns Japan gelehrt? Hauptsächlich haben wir gesehen, dass in 1 ½ Stunden Flugzeit eine ganz andere Welt wartet, als man sie von China, Vietnam, Kambodscha usw. kennt.  Der erste Eindruck nach der Landung: wie in Deutschland, nur mit vielen Asiaten. Klar änderte sich das nach einer Weile und ich muss sagen, manches machen sie bedeutend besser als wir. Auch sind wir zu dem Schluss gekommen, solange es noch Menschen gibt die so mit der Umwelt umgehen wie der Japaner, dann ist die Erde noch nicht verloren.

Der Charakter der Japaner ist allerdings auch gewöhnungsbedürftig und da liegt einiges im Argen. Sei es die grenzwertige Einstellung zur Sexualität, die Stellung der Frau, der wiedererwachte Nationalismus gefördert durch den neuen Premier Abe oder die aufgesetzte „Teufel-komm-raus“ Höflichkeit. Auch die Jugend hat scheinbar ihre Herausforderungen, so wurden wir einmal Züge wie eine Klasse sich offensichtlich über Behinderte lustig machten und auch das unsägliche Mackerverhalten haben wir hier beobachten können.

Fest steht, dass wir wieder kommen werden, dann jedoch eher im Norden (Tokio, Hokkaido). Preislich hält es sich wider Erwarten wirklich in Grenzen, wenn man nicht unbedingt über die Stränge schlägt. Ich würde für 2 Personen von China aus mit 8 Tagen Aufenthalt ca. 2,800 Euro veranschlagen, ein Preis den man bspw. in Shanghai, Singapur oder Hong Kong auf jeden Fall auch so nennen kann.

Die Übernachtungen in einem traditionellen Ryokan waren eine einmalige Erfahrung, sind aber nicht für alle ratsam. Ich denke im fortgeschrittenen Alter und mit Kindern ist die Art der Unterbringung ungeeignet. Interessanterweise sind die Preise für solche Etablissements ja auch signifikant höher als in einem richtigen Hotel.

Friedhof

Stadtfriedhof

Maulwürfe überall!

Maulwürfe überall!

Für die Gegend Kansai bleibt zu sagen, dass Osaka – wenn überhaupt – an einem Tag gesehen werden kann. Im Nachhinein würde ich eher empfehlen, sich noch Kobe und Nara anzusehen. Kyoto ist das absolute Highlight dort und obligatorisch.

Neben der gesamten Erfahrung als Solche, war das Essen noch ein weiterer Punkt den wir nicht so schnell vergessen werden. Ich habe nie verstanden, wie Leute nur wegen Essen reisen können, doch diesen Standpunkt muss ich wohl revidieren. Mit wie viel Sorgfalt und Zeitaufwand dort gekocht wird, gibt es nicht noch einmal. Überhaupt dreht sich so viel im Alltag um Essen, so hatten wir das Gefühl, bei jedem Einschalten des TVs nur Kochshows zu sehen.

 Es ist ein merkwürdiges Völkchen dort auf diesen Inseln, doch allemal eine Reise wert.

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Über arsteutonicus

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