Monatsarchiv: Januar 2014

Neuigkeiten aus China – Jahresende

Bevor nun das Jahr des Kleppers ordentlich anschlägt, schauen wir noch einmal was das tollste Land der Welt  so bewegt.

Ar**hloch

Bei diesem Sympath handelt es sich um eine Polizisten aus Henan, der im vergangenen Juli ein Säugling auf den Boden warf; absichtlich. Er behauptete, dass er aufgrund von Trunkenheit dachte es handelte sich um eine Puppe. Nunja, darüber kann er jetzt drei Jahre nachdenken, wenn er die Zeit im Knast verbringt. Wer ein wenig das Strafsystem der Kommis kennt, der kann nur müde lächeln. Es gibt halt Leute im Sozialismus, bei denen gibt es andere Strafmaßstäbe, selbst wenn ihnen wie bei diesem Exemplar das Wort Arsc**och ins Gesicht geschrieben steht.

Dann hätten wir da noch die Tennisspielerin Li Na:

Li Na

Die junge Dame (32) hat gerade die Australian Open gewonnen, doch viel mehr Bekanntheit erlangte sie hierzulande durch ihre ambivalente Einstellung gegenüber ihrem Heimatland. Dort versucht man nämlich mit allen Mitteln die erfolgreiche Frau zu instrumentalisieren, sozusagen als Speerspitze der KP in der Repräsentanz von erfolgreichen Sportlerinnen im Reich. Sie widersetzt sich wehement gegen diese Art der Einwicklung, wie man jüngst bei ihre Siegesansprache sehen konnte oder bspw. bei der Überreichung von 800,000 RMB in ihrem Heimatort durch den örtlichen KP Funktionär:

Ansprache:

Scheck:

Begeisterung sieht anders aus

Man sagt über sie, dass sie die einzige Spielerin ist bei der jeder einzige Cent ehrlich verdient wurde. Auch lehnt sie Sponsoring bei KP nahe stehenden Firmen ab (ihr Sponsor ist Nike anstatt dem staatlichen Standard in China Lining).

Die Chinesen mögen sie, vor allem aufgrund der konsequenten Ablehnung von Vereinnahmung. Außerdem  sehen viele es pragmatisch, denn so werden keine Steuergelder zur Schaffung von KP Ikonen verschleudert. Ich persönlich finde sie ebenfalls sehr sympathisch.

Sonst noch was? Ach ja, so was findet man bei Zugreisenden zum Neujahrsfest:

Wir verabschieden uns mit Derniere Volonte und sehen uns im Jahr des Pferdes wieder:

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Statusmeldung Januar 2104

Der aktuelle Status in Shanghai lautet:

 

Internetradio: www.digitalgunfire.com (via Winamp Shoutcast)

PS3: Assassin’s Creed IV – Black Flag (bissl‘ langweilig)

TV: 2 and a half men (zum 3. [?] Mal)

Gedruckt: Heinz Rehfeldt – Mit dem Eliteverband „Großdeutschland“ in den Weiten Russlands

Im MP3: Totenmond – Fleischwald

BluRay/DVD: Wolf of Wall Street

Aufm‘ Teller: Rahmspinat mit Spiegelei und Salzkartoffeln (typisch chinesisch halt)

In der Flasche: Montepulciano *hicks*

Im Naschkasten: Lindt Vollmilch-Nuss (nettes Weihnachtsgeschenk vom Kunden)


Neuigkeiten aus China (& Japan)

Man stelle sich vor, Schwipp-Schwager und Verwandte der politischen Elite Deutschlands schaffen 20 Milliarden Dollar Schwarzgeld außer Landes. Würde dies eine Welle der medialen Berichterstattung nach sich ziehen? Zweifelsohne, nicht so in China. Diese Herrschaften sind die Hauptakteure:

Schweinepriester

Wie der Spiegel mal schön treffend beschreibt (Artikel hier), ist man seit gestern redlich bemüht jegliche Berichterstattung zu unterbinden. Wie ich heute Morgen selber sehen durfte, hat kein TV Sender auch nur annähernd darauf hingewiesen, viel mehr wird über einen Hack der Falun Gong Sekte debattiert. Also noch einmal zum mitschreiben: korrupte Politiker verschieben 20 Milliarden Dollar (der Haushalt eines afrikanischen Landes) und keine Media darf darüber berichten. Ein neuer Höhepunkt.

Japan in Action

Hier sehen wir die knuddeligen Japaner beim jährlichen Delfin ernten. Es ist mal wieder an der Zeit, diese Tiere in die engeren Buchten im Süden Japans zusammen zu treiben bis sie auf so kleinem Raum sind, dass man sie mit Harpune und Hacke erschlagen kann. Aufgrund der zutraulichen Natur versuchen die Tiere gar nicht zu entkommen; ein einfacheres Opfer ist schwer zu finden.

Treibjagd

Da möchte man selbst auch mal eine Harpune auspacken…


Chinesischer Rassismus auf Schildern…

…ist vielleicht ein wenig übertrieben, eher passt es in groteskes und einmaliges. Hier der Stein des Anstoßes:

Keine Indianer bitte!

Keine Indianer bitte!

 

Da hat aber ein Designer tief in die Trickkiste gegriffen. Warum jetzt ausgerechnet Sikhs und Indianer – Entschuldigung, Ureinwohner Amerikas meine ich natürlich –  keinen Zutritt haben, bleibt an dieser Stelle ungeklärt.


Wenn dir Kollegen…

…ne‘ Wurst als Andenken aus dem Urlaub mitbringen, solltest du dir Gedanken über dein Bild in der Öffentlichkeit machen.


Das Jahr des Pferdes

In diesen Tagen sieht man in Shanghai viele Menschen mit Koffern durch die Straßen ziehen. Wie in jedem Jahr, beginnt ca. 2 Wochen vor dem Feiertag des chinesischen Neujahres die große Flucht zurück nach Hause. China als Land der Wanderarbeiter, lebt von der nicht versiegenden Quelle der Arbeitskräfte aus den fernen Provinzen. In Shanghai sind Schätzungen zufolge 35% aller Einwohner aus anderen Provinzen. Neben der großen Flucht von eben jenen Chinesen, kommt die neu entdeckte Reisefreude der Mittelschicht hinzu, was die Stadt gleich noch leerer macht.

Diese beiden Umstände lassen Shanghai während der Feiertage wie ein Dorf erscheinen. Kein Verkehr, keine Menschenmassen (außer an den Touri Zielen), leere Supermarktkassen. Für 3 Wochen im Jahr ist Shanghai ganz anders als es man sonst kennt.

2014 ist das Jahr des Pferdes. Für den der an Karma glaubt, ein eher mittelmäßiges Jahr, verglichen mit den vorhergegangenen.  Uns soll das nicht tangieren, wir schauen optimistisch ins neue Jahr. Es erwarten uns also ein paar ruhige Wochen, bis es Mitte Februar wieder langsam zur Sache geht.


Die Visitenkarte des Jahrhunderts…

…wenn nicht gar des Jahrtausends, sehen wir hier:

Sir Dr. Prof. Guang Bin Chen

Sir Dr. Prof. Guang Biao Chen

Bevor ich das fix übersetze, ein Erklärung über den Typ. Es handelt sich hierbei um einen chinesischen millionenschweren Industriellen, der vor 2 Wochen durch die Medien ging, weil er die New York Post kaufen wollte; erfolglos. Die Karte im Details:

  • einflussreichste Person in China
  • bekanntester Philanthrop in China
  • moralischer Vordenker
  • Erdbeben Rettungsheld Chinas
  • populärster und einflussreichster Vordenker Chinas
  • unter den Top 10 der verehrenswertesten Freiwilligen Chinas
  • charismatischster Philanthrop Chinas
  • Chinas kohlenstoffarmer Ausstoß Umweltschutz Top Vertreter (?)
  • Chinas allererster umweltfreundlicher Abriss Experte (???!!!!)

Also ich bin jetzt nicht über die Authentizität sicher, aber für mich wirkt es real, gerade wegen der Fehler. Der Mann verfügt entweder über ein Ego jenseits von gut und böse, oder den schlechtesten Übersetzer der Welt. Mein Favorit ist der bescheidene Vermerk über das Erdbeben Engagement.


Lothar Buchheim – Das Boot

Umschlag (Piper)

Als ich den Wälzer „Die Festung“ von Buchheim gelesen habe, war ich sehr angetan. Abwechslungsreich ging es durch die Kriegsmarine mit vielen Intermezzos in Frankreich sowie dem Weltkriegsdeutschland. Bei „Das Boot“ – dem wohl bekanntesten Werk von ihm – spielt sich die Handlung zu 99% direkt im U-Boot ab. Wer den Film kennt, der weiß wovon ich spreche.

Genau das war aber immer der Grund, warum ich bei „Das Boot“ gezögert habe. Wie sich herausstellen sollte, nicht ganz unberechtigt. Im Umfang steht dieses Buch dem Schwesterband „Die Festung“ in nichts nach. Wer nicht die Taschenbuchausgabe sein Eigen nennt, der hat schwer zu schleppen. Wir betreten wiederum in Frankreich  das U96 mit dem ‚Alten‘ am Steuer, eine Figur die uns aus allen drei Werken (inkl. Der Abschied) bekannt ist. Auf Feindfahrt im Atlantik, bekommt der Leser ein Gefühl dafür, was es damals hieß Dienst auf einem Unterseeboot zu tun.

Das lässt sich spannend an, wird aber im 2. Drittel des Buches zur Tortur. Sind zunächst die Beschreibungen von Bewegungen, Abläufen und Eigenheiten eines U-Bootes hoch interessant, vergeht Buchheim zusehends in endlosen Berichten über belanglose Details. Vor allem als gegen Mitte ein Sturm über mehre Tage losbricht, kann man 50 Seiten lang genießen, was es heißt auf hoher See durchgeschüttelt zu werden. Garniert wird die Wankerei mit Details über allerlei körperlichen Verfall, Pilzkulturen und Matroseneigenheiten. Das ist alles bis zu einem bestimmten Grad hochinteressant, doch irgendwann ist auch mal gut.

Das es nicht genügend aufregende Erlebnisse gibt, wie als wenn sich der Autor durch das französische Hinterland mit Partisanen schlägt ist klar. Aber das Leseerlebnis allerdings sollte auch dem Autor nicht verborgen belieben. Alles in allem ist es immer noch ein hervorragendes Buch, das sich am Schwesterband „Die Festung“ messen lassen muss. Den letzten Teil der Trilogie „Der Abschied“ kann ich leider in China nicht über Amazon bestellen, doch er steht noch ganz oben auf der Liste.


Neuigkeiten aus China…

Das alles bestimmende Thema Smog kann abgehakt werden, es gibt jetzt eine Task Force: Shanghai Daily

Diese Task Force besteht aus allen Provinzen im Yangtze Delta und beschäftigt sich nicht wie bisher nur mit dem Verbot von BBQs oder dem abspritzen von LKWs an Baustellen, diesmal soll an den richtigen Punkten angegriffen werden, nämlich an Kohlenheizungen und -kraftwerken. Nun sind solcherlei Gruppen allerdings nicht unbedingt für ihre Produktivität populär, sondern verschwinden i.d.R. in der Versenkung wenn das Problem temporär verdrängt ist. Bleibt zu hoffen, das man sich irrt. Erstes Zeichen das dies leider nicht so ist, scheint die sehr diskussionswürdige Entscheidung zu sein, die Messskala für Luftverschmutzung neu zu justieren, und zwar nach oben. Die Luft ist dann immer noch Scheiße, aber der Alarm geht halt später los… Ist halt, als wenn die Benzinanzeige erst warnt wenn nur noch 1 Liter im Tank anstatt wie vorher bereits bei 5 Litern.

Nach 14 Jahren des Verbotes, werden Spielkonsolen in China wieder ‚temporär‘ erlaubt: Shanghai Daily

Im Jahr 2000 wurden diese Verboten erlassen, aus Rücksicht auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Zufällig wurden die Konsolen zu dieser Zeit auch Internet-kompatibel…  Dies hatte zur Folge, dass sich das Klientel hauptsächlich auf PCs konzentriert, vor allem in (leicht überwachbaren) öffentlichen Internetcafés. Natürlich gibt es einen riesigen Schwarzmarkt für alle Konsolen und Spiele, die auch noch bedeutend billiger als in westlichen Ländern sind.  Die großen Drei – Nintendo, Sony und Microsoft – reiben sich jedenfalls die Hände, in der freudigen Voraussicht den 1,4 Milliarden Menschlein Markt bald offiziell betreten zu dürfen.

Außergewöhnlich schöne Bilder konnte ein Kranführer in Shanghai am neuen Shanghai World Center Tower schießen: Beijingcream

Mehr Belichtung min‘ Jung!

Smog oder Wolken?


Warum Polizisten in China keine Waffe haben…

…sieht man hier:

Ass 4

Ass 1

Ass 2

Ass 3

Zu sehen ist hier eine Szene, die sich nach einem Unfall mit einem mit Mandarinenbeladenen  LKW ereignete. Wie üblich, wird die Ladung schnellstens geplündert, doch hier hat man die Rechnung ohne den uniformierten Wirt gemacht. Warum der Typ eine Wumme hat ist mir nicht ganz ersichtlich, denn offensichtlich gehört er nicht den „Armed Forces“ an; der schwarzen Polizei die man sehr selten sieht. Gehindert hat ihn das nicht, seinen Revolver einer Oma ins Gesicht zu halten und somit den ungeheuerlichen Vorgang zu stoppen.

Es ist schon ganz gut, dass hier ein strenges Waffengesetz herrscht. Hoffentlich bleibt das auch so.

Verhältnismäßigkeit = 比例