Neuigkeiten aus China

Heute mal nur eine Neuigkeit, dafür aber eine sehr relevante.  Warum Polizisten in China keine Waffen haben, hatten wir hier ja bereits einmal gut dokumentiert. Wer alte Frauen die Melonen plündern mit dem Revolver bedroht, der sollte keine Schusswaffe haben.

Seit dem Uiguren Anschlag in Kunming allerdings, ist man ein wenig besorgt. Während 11 Angreifer Zeit hatten dutzende Menschen mit Messern zu töten und dabei noch über 100 zu verletzen, fragt man sich, warum es so lange dauerte bis man sie mittels Schusswaffe außer Gefecht setzte. Als Reaktion hat Shanghai jetzt 1000 Polizisten mit Revolvern ausgestattet.

Mit dieser Aktion endet eine lange Periode in der reguläre Polizisten stets unbewaffnet waren. Für ernste Eingriffe hat man stets die s.g. schwarze Polizei rufen müssen, die man wirklich selten hier sieht. Zwar wurden diverse Regeln für diese Polizisten erlassen, dennoch hinterlässt es ein merkwürdiges Gefühl. Eines der besten Details über China ueberhaupt ist sein restriktives Waffengesetz. Bei der Menschenmenge und dem teilweise impulsiven Verhalten gepaart mit Gruppendynamik, mag man sich nicht vorstellen was geschehen würde wären Waffen frei zugänglich (siehe just hier und hier).

Von ‚frei zugänglich‘ ist China zwar meilenweit entfernt, doch eine Präsenz von Schusswaffen in der Öffentlichkeit ist mit dieser Änderung nun doch gestartet. Security Männer bei Geldtransporten treten zwar martialisch mit Pumpguns auf, doch muss man wissen, dass diese lediglich mit Hartgummigeschossen geladen sind. Hinzu kommt eine etwas beschränktes Vertrauen in die Polizei (bei Chinesen als auch Ausländern), was nicht unbedingt einen unverkrampften Umgang mit dem Thema fördert.

Zweifellos steht aber auch fest, dass die Opferzahlen in Kunming bedeutend geringer ausgefallen wären, wenn Polizisten adäquat hätten durchgreifen können; sprich Schusswaffen einsetzten. Aber alles hätte, könnte, sollte hilft jetzt nicht mehr, geht es schließlich nur noch um Prävention. Eingesetzt werden die neuen „Armed Police Officers“ zunächst nur an sensitiven Stellen wie Busbahnhöfen, Bahnhöfen und Flughäfen. Auch wurden die betroffenen Beamten wohl sorgfältig ausgesucht, also einem Background Check unterzogen und entsprechend sozial bewertet.

Advertisements

Über arsteutonicus

Zu lange hier und zu wenig dort. Aber immer irgendwie am richtigen Platz. Zeige alle Beiträge von arsteutonicus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: