Monatsarchiv: Mai 2014

Nový Svět – Senza Amori Ne Eroi

Mal ein wenig Zeit für den nihilistischen Zeitgeist aus Wien im Jahr 2002:

Der Junge hat es schon nicht einfach, aber muss man gleich so böse werden? Ein  post-industrieller Klassiker! Das Duo bei Discogs: Novy Svet

 

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Tian’anmen Unruhen in Peking – 25 Jahre später

Am 4. Juni jähren sich die Unruhen vom Platz des himmlischen Frieden zum 25. mal. Ein scheinbar relevantes Jubiläum, denn man zieht die eine oder andere Daumenschraube bei der Zensur an. Nicht nur das Pendant zu Whatsapp, Wechat wir stärker kontrolliert, auch im Hinblick auf die Anschläge der vergangenen Wochen wird die Security in den Straßen präsenter.

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Beijing After the Tian An Men Square Repression

Persönlich glaube ich, dass sich die Regierung nicht viel Sorgen um Demonstrationen machen muss. Der durchschnittliche Chinese ist entweder durchgehend damit beschäftigt für sein tägliches Brot zu schuften oder damit, sich das neueste Iphone zu besorgen. Ein Gedanke an solcherlei Dinge hat in diesen so grundverschiedenen Leben gar keinen Platz, obschon das Event an sich durchaus bewusst ist. Mir jedenfalls ist noch niemand lokales begegnet, der nicht davon wusste oder gar schlimmer, es gut hieß.  Wir dürfen auch nicht vergessen, dass etliche Soldaten bzw. Polizisten (vor allem zivile nach Enttarnung) an den den nächstbesten Laterne aufgeknüpft oder gleich verbrannt wurden. Eine Spirale der Gewalt-Gegengewalt wie wir sie erst zuletzt vor 3 Monaten in Osteuropa sehen durften.

Nichts entschuldigt selbstverständlich das Niederwalzen von Menschen mit Panzern.

Tiananmen Square Riot Schauplatz der Gewalt

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Wie gesagt bin ich mir ziemlich sicher, dass die Wiederholung von solch einen Ereignis sehr unwahrscheinlich ist. Aber sollte es doch noch einmal soweit kommen, wäre ich mir nicht so sicher, ob die Regierung in der Lage wäre es einzudämmen; zumindest nicht so einfach wie 1989.


Neuigkeiten aus China

So, das CICA Summit ist vorbei, China kauft Gas von Russland für 30 Jahre und 400 Mrd. Dollar während in Shanghai das Leben wieder den alltäglichen Rhythmus – nämlich den langsamen – bekommt.

Kaum war der Event vorbei, hat es der Uigure in Urumuqi mal wieder so richtig krachen lassen. 6 Bomben auf einem Markt haben 31 Leute zerrissen, primär Ältere. Während der SPON das zu rechtfertigen zu versucht, mit einem Artikel geschrieben bei einer Azubine aus Neu-Delhi (was sonst…), fährt der Chinese jetzt wohl große Geschütze auf um dessen Herr zu werden. In den vergangenen 2 Monaten gab es 6 tödliche Anschläge (Kunming, Guangzhou und Urumuqi) und es wird m.M.n. tatsächlich Zeit das man durchgreift.

Das wird die bärtige Dame des „Weltkongresses der Uiguren“ im München wieder auf den Plan rufen, die dann mit allerlei Tränendrüsen Gequetsche die Welt zum handeln aufruft. Nicht ein einziges Wort des Bedauerns ist dieser impertinenten Person in den vergangenen Jahren über die Lippen gekommen! Bleibt zu hoffen das die Käppi Träger ihren Wahnsinn nicht bis an die Ostküste schleppen oder gar professioneller werden (Flugverkehr, Schusswaffen, etc.). Nicht ohne Grund werden Polizisten in Shanghai jetzt bewaffnet, wie vorher hier geschrieben.


Neuigkeiten aus China

Die CICA (Conference on Interaction and Confidence Building Measures in Asia) kommt nächste Woche nach Shanghai und erwartet werden unter anderem Xi Jinping, Putin, Rouhani und Shimon Peres; also die Creme de la Creme der freien Welt…

Blau: Mitglieder Grün: Beobachter

Das „Losing Face“ uncool ist verwandelt man die Stadt gerade in einen Hochsicherheitstrakt. Gefolgt von diversen muslimischen Anschlagen in den vergangenen Wochen ist der Kommi ein wenig nervös, bietet doch die Veranstaltung die perfekte Bühne für einen medienwirksamen Angriff. Neu ist das nicht, denn zu Zeiten der Expo hier und den olympischen Spielen in Beijing hatten wir das schon.

Getreu dem Vorsitzenden Mao ist die Bewegung der Masse viel besser als Entwicklung und Perfektion. Deshalb haben wir mal eben 1250 Spezialeinheiten nach Shanghai eingebracht, die ständig bewaffnet abrufbereit sind. Die größte Gefahr aber, geht von der Möglichkeit aus, China könnte in den Augen der Besucher arm erscheinen. Aus diesem Grund hat man alle Straßenhändler, Bettler und was sonst noch das Allgemeinbild stört weg gefegt; im wahrsten Sinne des Wortes. Auch den ein oder anderen Petitionsstarter hat man mal für die Dauer des Treffens auf Urlaub geschickt. Von nervenden Straßensperren will ich gar nicht erst anfangen.

Am 21. haben dann öffentlichen Stellen geschlossen, warum auch immer. Basierend auf der Zahl an Leuten mit Koffern in den Straßen – was man sonst nur zu Feiertagen sieht – verlässt alles was kann die Stadt. Mir soll es recht sein, weniger Verkehr, wenn da nicht die Straßensperren währen.

Da kann man über die Bilderberger sagen was man will, die belästigen einen wenigstens nicht, wenn sie im stillen Kämmerchen was aushecken.


Neuigkeiten aus China

In China gibt es zwei Berufsgruppen die gerade notorisch bekannt dafür sind sich illegal hier aufzuhalten oder Arbeit nachzugehen ohne eine  entsprechende Genehmigung zu haben: Englisch Lehrer und Models.

 

Für die 2. Gruppe gab es jetzt in Beijing/Peking ein böses Erwachen. Die örtliche Polizei lud so einem Fake-Casting ein und überprüfte vor Ort die Arbeitserlaubnis aller (primär russischen) Models. Das ganze wirkte sehr professionell, nicht zuletzt weil man eine richtige Agentur engagierte. Alles in allem wurden 60 Models verhaftet und werden wohl abgeschoben. Besser hat es in einem chinesischen Knast wohl noch nie ausgesehen.

Stell dir vor, du gehst zu einem Bewerbungsgespräch und da sitzt plötzlich ein Polizist und will dein Visa sehen…


Ballern bis der Arzt kommt!

Hier sehen wir einen Ausschnitt aus einem Interview mit einem dt. Thai-Boxer, dass sich literarisch als auch inhaltlich vom Anspruch her durchaus an Heidegger und Kant messen darf. Legen wir Zeugnis über die Nation der Dichter & Denker im Jahr 2014 ab:

 

 

Zitat: Gewalt! Geil ey! Hat geschockt. Er wollte ballern, hatter gekricht.

 


Neuigkeiten aus China

Weil ein Brennpunkt – die Ukraine – an dem potenziellen Weltuntergangszenarien erstellt werden nicht reicht, hat man sich in China bzw. Ostasien gedacht, was der Russe kann, dass können wir schon lange.

Zum einen rammt man sich momentan gegenseitig im südchinesischen Meer mit Booten. Einerseits China, die da mal in umstrittenen Gebiet eine Bohrinsel errichtet haben und andererseits Vietnam, die das nicht so dufte finden und deswegen die Küstenwache schicken. Der Chinese gar nicht dumm fährt sein Boot wie auch sein Auto und rammt die mal eben weg. Deeskalation sieht anders aus, wobei wir uns alle darüber klar sein dürften, dass diese beiden roten Brüder niemals Freunde werden. Ein Blick in die Geschichte beider Länder sollte da Aufklärung genug sein. Auch beliebtes Objekt des Streits, die Spratly Inseln.

 

 

Auf den Philippinen dagegen – dem anderen großen Feind Chinas im Süden – hat man ein chinesisches Boot festgesetzt. An Bord wurden 500 Schildkröten gefunden, teilweise unter Artenschutz gelistet. China mag so etwas gar nicht, weil man sich in seiner Vormachtstellung bedroht sieht und da Philippinos eh alle unterprivilegiert sind, versteht man gar warum man die Fischer festgenommen hat. Mit ehrbaren Gold überschüttetet sich aber dennoch niemand der Beteiligten in diesem Streit, zumal die Philippinen gerade vergangene Woche mal wieder Hilfe von den USA zugesagt haben bekommen. Was geht die das bitte an?

Interessanterweise hat man aber in der vergangenen Woche ein neues Gesetz erlassen, dass drakonische Strafen für das Verzehren/Verkaufen von gefährdeten Tierarten vorsieht. Bis zu 10 Jahren Knast kann der Verzehr eines – sagen wir mal – Pandapimmels in China einbringen. Immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt noch eine Tierschutzgesetz und wir sind auf Höhe der Zeit.


Shanghai Seafood Market Tongchuan Road

7,5 Jahre in einer Stadt zu leben und dann noch überrascht zu werden, will schon etwas heißen. Meine Frau drängte mich immer unbedingt mal zum Seafood Markt in der Tongchuan Road im Zhabei Distrikt zu fahren:

Hier findet man gefühlte 1,o00 Fischhändler bei denen man vieles bekommt, was Downtown auf den Märkten nicht erhältlich ist. Das es zudem auch günstiger ist, versteht sich von selbst. Das Prinzip ist recht einfach: man kauft alles was man gerne essen mag bei den Händlern. Mit den Tüten geht man in eines der vielen Restaurants zwischen diesen Läden und dort wird es einem dann zubereitet. Zu den Preisen basierend was wir kauften:

– 1 Plattfisch (ähnlich Scholle)

–  etwas über ein Pfund Weinbergschnecken

– etwas über ein Pfund Pipi Xia (Mischung aus Krebs und Shrimp)

– 6 Scallops

Alles zusammen für 195 RMB, wobei der Fisch das teuerste und die Scallops mit 4 RMB das günstigste waren. Im Restaurant haben wir dann das Ganze um ein Bier, Tee und Morning Glory (Wasserspinat) ergänzt. Dort berechnete man uns für diese Dinge und das Zubereiten nochmals 100 RMB, sodass wir Summa Summarum knappe 300 RMB auf dem Tacho hatten. Nicht ganz günstig, aber wirklich ausgezeichnet.

Viel wichtiger ist auch das Erlebnis und die Atmosphäre dort, denn es gibt sehr viel zu sehen. Zwar sind die meisten angebotenen Tierchen aus dem Süßwasser, ein paar Exoten findet man trotzdem. Ganze Lachse, Kabeljaue (Cod) und undefinierbare Dinge liegen zwischen allerlei Schalentieren.

Wie auf der Karte oben zu sehen, hat der Markt eine eigene U-Bahn Haltestelle der Linie 11. Mit dem Auto dort hin zu fahren ist viel zu stressig, wenn man mich fragt. Das Areal ist nicht gerade dünn besiedelt, zudem muss man sich sehr wahrscheinlich durch Jing’an durch kämpfen.

 


Gipfel der…ja was eigentlich?

Dummheit? Ignoranz? Rücksichtlosigkeit? Schwer zusagen, gebe ich erst mal die neuste Groteske hier zum besten. Gestern befinden wir uns auf einer Autofahrt von Puxi nach Pudong. Der 100 Meter breite Fluss zwischen beiden Seiten macht einen Tunnel oder eine Brücke  notwendig. Wir entschieden uns für den Dapu Rd. Tunnel, gleich um die Ecke.

Ich fahre also in den ca. 1.5 km langen Tunnel ein und bemerke das die linke der 2 Spuren gesperrt ist. Wird wohl Baubedarf sein, denke ich mir. Wir fahren und fahren, nichts in Sicht. Kurz vor dem Ende des Tunnels aber ein gelbes Abschleppfahrzeug, dass in Schrittgeschwindigkeit fährt. Und jetzt kommt es, vor dem Abschlepper 10 Personen die zu Fuß durch den Tunnel wollten!? 2km! Keine Standspur! Ich hab schon viel gesehen, Ausländer mit dem Fahrrad auf der 6-spurigen Nanpu Brücke, Fahrräder im Tunnel, aber Fußgänger setzt dem allen die Krone auf.

Augenscheinlich handelte es sich um Touristen, die während der Feiertage hier die Stadt bevölkern. Und glaubt ja nicht da war Polizei in Sicht um denen mal eine zu verbraten, neiiiiinnnn, wahrscheinlich haben wir alle noch mal herzlich gelacht. Aber wehe du mangelst einen von den Bekloppten über, dann ist das Geheul groß…ätzend.