Monatsarchiv: Juni 2014

Ab nach Seoul…

In 8 Tagen ist es soweit, nach nunmehr 8 Monaten geht es mal wieder in den Urlaub. Zum allerersten Mal allein, denn die liebe Gattin muss arbeiten und 2 Freunde die eigentlich mit wollten haben keine  Genehmigung von ihren „Regierungen“ bekommen; flieg ich halt allein, sind ja nur 4 Tage.

Das Ziel wird Südkorea sein, genauer Seoul. Bei 4 Tagen werde ich nur in der Stadt bleiben und mir alle Attraktionen erlaufen, ähnlich wie wir es in Kyoto gemacht haben. Nur an einem Tag werde ich zur 55km entfernten Grenze nach Nordkorea fahren. Diese Tour muss vorab mit einem Guide reserviert werden, dafür habe ich mir http://www.koridoor.co.kr ausgesucht. Die Junge berappen umgerechnet 65 Euro pro Person für die 8 Stunden Tour und starten direkt in Downtown Seoul. Interessant sind die Vorschriften die dabei gelten. Ähnlich wie bei Moscheen oder Tempeln muss man lange Sachen anziehen, keine beleidigenden Aufschriften auf T-Shirts haben und Armee „Style“ Kleidung ist ebenfalls untersagt. Dafür bringen die einen aber auch an diesen berüchtigten Checkpoint wo sich Nord und Süd den ganzen lieben langen Tag anstarren. Ein paar Invasionshöhlen sind ebenfalls noch mit drin. Ich kann mir vorstellen, das dies interessant wird.

Geflogen wird wieder mit China Eastern, da kann ich nichts verkehrt machen, dauert ja auch nur 90 Minuten. Hierzu muss man sagen, dass Seoul genau wie Shanghai (Hongqiao & Pudong) zwei Airports hat, einen innerstädtischen namens Gimpo und einen außerhalb namens Incheon. Ich habe das Glück, von Hongqiao abzufliegen und in Gimpo zu landen. Das Macht die ganze Sache extrem einfach, denn von Gimpo aus bis zum Hotel kann ich die U-Bahn nehmen. Wird sicher nett…

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WeChat vs. Prostitution

In China ist WeChat das absolute Gegenstück zu Whatsapp. Rein gemessen an der Nutzerzahl, soll WeChat sogar mehr aufweisen als der intl. Konkurrent, aber wen wundert das bei der Bevölkerungsanzahl.

Wie auch immer, Tencent hat jetzt mit der Aktion „Donnerschlag“ 20 Millionen (also knapp 1/3 der dt. Bevölkerung) Accounts gelöscht, die allesamt zur Prostitution gedacht waren; sprich der Vermittlung von Huren respektive Callboys. Im harmonischen Gesellschaftsmodell der KP findet käuflicher Sex keinen Platz, ist aber im ganzen Land zu finden. Kein Hotel oder Stadtteil mit einschlägigen Service Angeboten. Wer einmal in Shanghai oder Beijing war, der wird wohl kaum die Barber Shops, Massage Salons oder Sauna Clubs übersehen haben, vom Anquatschen der Damen am Abend ganz zu schweigen.

Prostitution ist in China ein fester Teil des Alltags und nicht nur Zivilisten machen regen Gebrauch davon, sondern wie manch Skandal bereits öfters bewies, auch Offizielle gehen ein und aus. Das wird die KP nie in den Griff bekommen, solange die Zensoren die besten Kunden sind. Warum sollte man das auch? Wenn über Dekaden hinweg Mädchen systematisch abgetrieben wurden und nun ein Mangel an weiblicher Bevölkerung herrscht, ist dies nur die logische Konsequenz. Das Gender Ungleichgewicht wird in dieser Zeit am relevantesten, denn diese Generationen befinden sich jetzt alle in den 20′ oder 30′, genau in dem Alter in dem man in der Regel heiratet.

20 Millionen WeChat Accounts werde jedenfalls nicht aus Spaß erstellt, wenn keine Nachfrage besteht. Vietnamesinnen, Russinnen und Philppinas haben das erkannt, der Prostitutionstourismus floriert an der Ostküste.


Neuigkeiten aus China

Erheblich höherer Traffic hier am gestrigen 4. Juni, dem 25. Jahrestag der Tiananmen Unruhen. Haupt Schlagwortsuche war „Platz des himmlischen Friedens“ oder „Tiananmen Massaker“. In Hong Kong haben 180,000 Menschen teilweise schweigend demonstriert. Bei den Demonstranten handelte es sich freilich nicht nur um Hongkis, sondern viele Chinesen sind über die Grenze zum Gedenken gekommen.

Am Rande haben wohl auch ein paar Wumaos eine Gegenveranstaltung abgehalten, auf der man ein Video zeigte das angeblich belegt, dass es keinen einzigen Todesfall auf dem Platz des himmlischen Friedens gab. Die haben zeitweise wohl auch von anderen Teilnehmern ziemlich aufs‘ Maul bekommen.

Eine interessante Grafik der South China Morning Post über die Teilnahmeentwicklung in den vergangenen Jahren:

Leider kam es stellenweise auch zu unverständlichem nationalistischen Geschwurbel seitens ein paar Hongkis, aber das ist man in Asien ja gewohnt.

Sonst noch was? Ach ja, in Shandong hat man ein Mädchen in einem Mc Donalds erschlagen. 6 Männer kamen in einem Porsche Cayenne um die Ecke und fragten sie nach ihrer Telefonnummer. Sie verneinte, worauf die Typen anfingen mit ihrem Kopf Fußball zu spielen. Um sicher zu gehen dass sie sich nicht mehr rührt, haben die dann auch noch einen Stahlpfosten zu Hilfe genommen. Während der Aktion hat man sie den Teufel der das personifizierte böse ist genannt. Scheinbar handelt es sich um Mitglieder einer Sekte die auf Mitgliederfang war. Das macht dann 6 mal Blei.

Überflüssig zu sagen, dass sich noch jemand fand der das auf Video aufnahm sich aber scheinbar nicht in der Lage sah zu intervenieren… Das Video gibt es hier nicht, wer auf so etwas steht soll es sich gefälligst selbst suchen.

Wie ihr seht, alles bestens hier!