Das war Sri Lanka pt. 3

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Nun zur letzten Station unserer Reise, Rekawa Beach im Süden Sri Lankas, 20 km östlich von Tangalle. Zugegeben, als wir die „Zufahrt“ (Buckelpisten Feldweg im Nirgendwo) zum Hotel Sanjis Seaside Cabanas entlang fuhren hat uns beinahe der Schlag getroffen, selbst der Fahrer hat uns kritisch gefragt „Habt ihr schon bezahlt?“ Einmal aber das Tor durchschritten, waren wir plötzlich wieder in der Zivilisation. Das Hotel – oder besser das Hostel – ist traumhaft gelegen, am einsamsten Strand den wir je sahen. Circa 4 km lang gibt es am Rekawa Beach außer 3 kleinen Hostels und einer kleinen Fischerbucht nichts außer Palmen, Strand und ein paar Wasserbüffel. Ungelogen gab es einen Tag, an dem wir für 6 Stunden am Strand lagen und gerade einmal 3 Personen sahen.

Die Zimmer waren äußerst angenehm. Alles offen und wenn Glas, dann großflächig, Dusche im freien und auf das einfachste beschränkt. Kein TV, keine AC, kein Kühlschrank, kein Telefon, lediglich Internet ist vorhanden. Für uns war das ja nicht das erste Mal, dass wir absichtlich solcherlei Entbehrungen gewählt haben, in Vietnam und Kambodscha haben wir unsere Hotelwahl ebenfalls danach getroffen. Was uns also bevorstand, waren 8 Tage Entspannung pur in einer Umgebung frei von Reizen die uns sonst Zeit kosten. Selbstverständlich muss man bei solch einem asketischen Lebensstil mit sich selbst und seinem Partner im Reinen sein, ansonsten kann das böse enden. Internet, Bücher, Kartenspiele und Spaziergänge haben dafür gesorgt, dass wir uns nicht an die Kehle gesprungen sind; Mission erfüllt.

Die Tage plätscherten so vor sich hin. Außer uns war noch ein Hong Kong/Frankreich Pärchen da, mit denen wir uns aber nicht weiter befasst haben. Frühstück und Abendessen wurden stets am Strand serviert(HP gebucht, da im Umkreis nichts ist), das Wetter spielte bis auf einen Tag stets mit. Das Personal war wieder klasse, wenn auch extrem langsam. Standardspruch: 5 minutes! Aber es ist ja nicht so, dass ich erst seit gestern in Asien bin… Eine Alkohollizenz hat das schöne Haus leider nicht inne, somit gab es auch keine Bar oder ähnliches, nur Bier und auf Bestellung Wein. Das nächste Dorf war 15 Minuten mit dem Tuktuk entfernt, somit war man der Entsagung ausgeliefert. Das es für mich 8 Tage kein Fleisch gab will ich gar nicht erst erwähnen, Seafood, Fisch und mal ein Hühnchen, das war alles. Ein Freund hat die Behauptung aufgestellt, ich wäre auf einem Entgiftungsurlaub; wenn auch ungewollt.

Schwimmen kann man dort übrigens nicht. Die Wellen und Strömung machen es unmöglich tiefer als bis zur Hüfte ins Wasser zu gehen, alles andere wäre Suizid. So wundert es nicht, dass an diesem Strand so ein oder zwei Touris pro Jahr über den Jordan gehen. Apropos, der Besitzer erzählte mir von der Tsunami Welle an dieser Stelle 2004, die um die 9 Meter hoch war. Es gab wohl viele Opfer dort, weil die Anwohner so etwas nicht kannten. Das endete mit Fischern die ins Meer gingen als das Wasser sich zurückzog, um die Fische einzusammeln oder neues Land abzustecken. Das diese Leute keine Chance hatten sollte klar sein. Jetzt gibt es ein Frühwarnsystem das zweimal im Jahr ausprobiert wird.

Beeindruckend war auch die Fauna dort. Wir haben gesehen: Affen, Krebse, Büffel, wilde Hunde, Riesenwarane (2 Meter!), Arbeitselefanten, Riesenschildkröten, geschätzte 1 Trillion Vögel. Man war sprichwörtlich mitten in der Natur, wobei wir allerdings hoffen, dass dieser Zustand in Rekawa noch lange anhalten wird. An einem Nachmittag rief mich einer der Hotelboys aufgeregt zum Strand, man könne Delfine sehen. Leider war mir das vergönnt, sie zeigten sich nicht mehr.

Der Transfer zum Flughafen Colombo sollte wieder von unserem ersten Fahrer erledigt werden. Ich bestellte ihn für 7 Uhr morgens, obwohl der Flug erst 14:05 Uhr ging, doch die Distanz von 230km ist in Sri Lanka zeitmässig nicht zu unterschätzen. Da kam er schon am Vorabend und übernachtete in einer hoteleigenen Unterbringung für solcherlei Gelegenheiten. Viel geholfen hat das scheinbar nicht, denn unterwegs ist er einmal auf dem Highway eingepennt. Wir waren aber freundlich genug, den Hotel Manager mit zu nehmen, der auch nach Colombo musste. Die Fahrt an sich zog sich tatsächlich 5 Stunden hin, trotz neuem Nord/Süd Highway. Am Airport angekommen gleich Check-in, Duty Free Wein und Schokolade, ab zum Flieger. Der war diesmal ein wenig neuer, mit einem A340-200. Noch besser war, dass meine Frage nach Notausgangssitz berücksichtigt wurde, somit wurden es entspannte 6 Stunden 50 Minuten; dachte ich. Die erste Hälfte des Fluges war brutal. Gleich nach dem Start bis zum Golf von Bengalen hat es das Drecksflugzeug nur rumgeschüttelt, das zeitweise der Service eingestellt wurde und mir ein Glas Rotwein aus der Hand geschlagen wurde. Ab Thailand ging es dann wieder wie auf Schienen, verrückt.

In Shanghai war es erwartungsgemäß schwer Freitagnacht ein Taxi am Flughafen zu bekommen. 45 Minuten Schlange stehen war angebracht, bis wir einen üblichen Jinjiang Grumpy Driver bekamen. Zu Hause noch bis 3 Uhr morgens auspacken und Wäsche waschen, ab in die Heia. Das war Sri Lanka 2014.

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Über arsteutonicus

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