Monatsarchiv: Oktober 2015

Kleine Anmerkung am Rande…

…ich nenne unsere Assistentin Saftschinken. Find ich irgendwie gut (sie auch).

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Michael Green – Der jüngste Tag

Der jüngste Tag

Zugegeben, es ist ein einfaches Buch voll mit Ungereimtheiten und Logiklücken. Auch zugegeben, es ist in seiner Einfachheit unglaublich unterhaltsam und kurzweilig, sodass ich es wie schon lange keines mehr verschlungen habe. Da ich in einem Buch Unterhaltung suche anstatt Erleuchtung, schäme ich mich auch nicht das hier mal kund zu tun! 😉

Es ist der 2. Teil einer Reihe, die eine Pandemie zum Thema hat, welche die Welt nahezu ausgelöscht hat. Die englische Familie Chatfield ist aus einem nicht näher definierten Grund immun gegen die Seuche und fristet ihr Dasein auf den britischen Inseln. Glücklicherweise hat sich die Familie auch bis Australien ausgebreitet, sodass Teil der Geschichte die schwierige Reise um die Welt ist, um den eigenen Genpool so gut es geht aufzuwerten oder meinetwegen schlicht nummerisch weiter zu entwickeln. Wie es nun immer ist, spielen sich diverse Dramen in diesem Rahmen ab. Es mutet ein wenig wie „Herr der Fliegen“ in einem post-apokalyptischen Umfeld an, wenn sich zwei Familienzweige gegenseitig herrisch unterdrücken.

Dieses Buch erhebt wirklich nicht den Anspruch literarisch ausgereift zu sein oder nach den Pulitzer Sternen zu greifen. Doch irgendwie ist der kurzweilige Schreibstil sehr unterhaltsam, es geschieht etwas, es drückt die Handlung voran, was einen immer wieder umblättern lässt und es so schwer macht das Werk aus der Hand zu legen. Genau dieser Umstand lässt über alle Schwächen hinweg sehen, denn das Buch will nur eines: unterhalten.

Prinzipiell konnte ich mit diesem Genre (Endzeit) eher wenig anfangen, doch nach dieser Geschichte werde ich mich zunächst mit dem Vorgänger ‚Stunde Null‘ beschäftigen um danach einmal sehen, was noch lesenswert ist. The Road war bspw. ein Buch im gleichen Segment, was mir nachhaltig im Gedächtnis blieb.


Braucht ein Baby wirklich eine Facebook Seite?

Vergangene Woche habe ich unserem 6 Monate alten Felix eine Facebookseite eingerichtet. Über Jahre hinweg war solch ein Verhalten bei mir Gegenstand von Spott und Häme,  doch plötzlich tue ich es auch.

Warum?

Ausschlaggebend war der Gedanke, dass Felix wenn er alt genug ist, diese Seite übernehmen kann und ähnlich wie bei einem Fotoalbum auf das Erlebte als Kleinkind zurückgreifen darf. Hinzu kommt noch das teilen der Erlebnisse mit Familie/Bekannten, die natürlich die Entwicklung mit verfolgen. Facebook ist in diesem Fall also zentrales Informationsorgan für alle die, die ihn durch seinen Kindheit begleiten wollen und dabei aber nicht immer vor Ort sind. Felix hat bspw. seinen ersten Tag im Kindergarten, also wird ein Foto davon hochgeladen, so dass Opa 600km weit weg gleich weiß, was für ein wichtiger Tag heute ist.

Wichtig dabei ist, die Vermeidung von publiken Inhalten die nur dem engsten Kreis vorbehalten sind öffentlich zu machen. Dementsprechend müssen Privatsphäre-Einstellungen angepasst werden.

Unter solchen Gesichtspunkten finde ich es eine nette Einrichtung. Wir nutzen die Möglichkeit der Vernetzung, um relevante Ereignisse mit einem ausgewählten Kontaktkreis zu teilen und um ihn daran teilhaben zu lassen.

Für alle die es übrigens noch nicht wussten. Es ist Kindern unter 13 Jahren untersagt, ein Profil zu erstellen. Wenn das Geburtsdatum bei der Anmeldung darunter liegt, kommt man nicht weiter. Mit anderen Worten, wenn man nicht mit einem Mindestmaß an Geschäftsfähigkeit aufwarten kann, hat man auf Facebook nichts verloren.


Heinrich Böll – Die verlorene Ehre der Katharina Bluhm

…oder, wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Ein Böll Buch wie aus dem Musterverlag und die krasseste Abrechnung mit dem Bild Sensationsjournalismus die mir bisher untergekommen ist. Nicht ohne Grund steht im Klappentext:

„Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“

Kurzweilig wird die Geschichte der Frau Bluhm hier abgehandelt. Das Werk zeigt auf, wie Verleumdung und das (Zer-) Reißen von Privatpersonen in den öffentlichen Diskurs Menschen zum äußersten bringen kann. Sensationsgeilheit des Deutschen der ’70 auf ihrem Höhepunkt, zwischen Ohnesorg und Ostblockpolitik.

Der Schreibstil freilich ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Zig Personen werden einem um die Ohren geworfen, die dabei manchmal nur kurz Erwähnung finden und ein andermal wieder detailliert vorgestellt werden. Auch überschneiden sich Handlungsstränge, obwohl der Autor ausdrücklich auf zu viel Rückblenden verzichten wollte. Dennoch erschließt sich nach und nach in sukzessiver Kleinarbeit das ganze Drama der Frau Bluhm. Im Prinzip ist dies ein gedruckter Tatort, zurecht ein Klassiker.


Erfahrungsbericht Germania Airlines Düsseldorf (DUS) > Kos (KGS)

Nach langer Pause in der so einiges geordnet wurde, ist es an der Zeit hier mal wieder etwas von sich zu geben. Der erste Trip im neuen Zuhause brachte uns auf die Insel Kos. Als Airline unserer Wahl, bestimmte Alltours Germania Airlines. Noch nie mit denen geflogen, waren wir gespannt wie die Nischen Airline sich präsentierte.

Der Check-in am Düsseldorfer Flughafen begann 2 Stunden vor dem Boarding. Wir hatten einen Kinderwagen dabei, der mit bis zum Flieger genommen werden darf. Dort übernimmt das Airport Personal das Gefährt, zurück bekommt man ihn auf dem Gepäckband am Zielort. Die Abarbeitung des Bodenpersonals (kein Airline Staff sondern Allrounder vom Flughafen) war durchschnittlich, keine Verfehlungen, keine besonderen Vorteile. Es sei jedoch angemerkt, dass Germania generell keine Mutter-Kind Reihen anbietet!

Die Boeing 737-700 machte einen guten Eindruck, war aber offensichtlich bereits betagt. Der Platz zwischen den Sitzen allerdings ist extrem beschränkt, so etwas habe ich bisher nicht mal in Asien gesehen. Beim Personal ging es ebenfalls sehr durchschnittlich zu, man war verbindlich aber freundlich. Die Ansagen des Kapitäns gingen leider mangels Lautsprecherqualität völlig unter. Rein vom Dialekt her würde ich aber sagen, es handelte sich um einen griechischen Piloten, was ja bei der Route irgendwo Sinn macht.

Zur Verpflegung gehört bei Germania ein Sandwich und alkoholfreie Getränke. Für ein Bier muss man bspw. 3 € berappen, anders als bei TUfly allerdings, sind die alkoholfreien Getränke unbeschränkt in der Menge. Wie auch immer, für einen knappen 3 Stunden Ritt völlig ausreichend, wenn man nicht darauf aus ist, sich während des Fluges vollends zuzulöten.

Der Gesamteindruck von Germania war eher positiv. Vor allem in puncto Sicherheit vermittelte die Substanz und das Personal eine subjektive Verlässlichkeit. Service und Platz sind natürlich genauso wie man es bei einem Billigflieger erwarten darf. Alles in allem würde ich sagen, auf innereuropäischer Kurzstrecke gerne wieder Germania!

P.S. zum ersten Mal überhaupt entschieden wir uns am Flughafen zu parken. Das war in DUS sehr bequem und vor allem mit Baby ein entscheidender Vorteil bei der Rückkehr in der Nacht. Im Langzeitparkhaus P5 was wir online buchten, zahlten wir für 8 Tage 73 €. Gebucht haben wir hier.