Monatsarchiv: Juli 2016

Das Sacktrauma

Wer einmal eine Gruppe von ca. 10 Männer in ihren 50ern und gekleidet in äußerst knappen Radlerhöschen, auf sich hat zu joggen sehen, der ist vom hüpfenden Pimmelkino fürs‘ Leben gezeichnet. Nun bin ich nicht der Benchmark für Ästhetik, doch ich weiß was man sehen muss, sehen sollte und was sich zu sehen lohnt. Alternde Radlerhosenträger gehören zu keiner dieser 3 Kategorien.

 ‪#‎daswilldochkeinersehen‬ ‪#‎sacktrauma‬


Ach Putsch dich doch selbst!

Putschogan


Die Herren mit dem Leitbild Mekka…

…stellen die Toleranz, Weltoffenheit und kosmopolitische Grundattitüde von Menschen wie mir ziemlich auf die Probe, in letzter Zeit. Paris, Brüssel, Dhaka, Orlando, Nizza usw. usw. usw. Ich bin mir nicht sicher, wie lange ich mich selbst noch davon überzeugen kann, dass es sich hier um eine radikale Minderheit handelt und die Vorfälle Taten von Einzeltätern bzw. isolierten Zellen sind. Sicher ist eins, je mehr Menschen direkt davon betroffen sind, desto schwieriger wird es wohl werden den geschürten Hass im Zaum zu halten. Aber genau das ist ja beabsichtigt mit solchen Attacken, die direkte Konfrontation auf allen Ebenen mit allen Mitteln.

LKW

Fest steht eines, in der Barbarei-Qualität setzt diese Tat in Nizza mal wieder neue Maßstäbe. Mindestens 10 Kinder kamen zu Tode, als sie mit einem LKW absichtlich überfahren wurden. Diesen Satz muss man sich verinnerlichen.

Im Prinzip stellt sich die Frage ob es wieder einen Anschlag geben wird nicht, sondern nur wann, wo und welche Messlatte an Grausamkeit wird wieder nach oben korrigiert.


Mal was anderes: ein Lied!

Gefällt mir gut! Stoner Rock Cover, zu ehren des Verstorbenen seitens der Holländer von Urfaust.


Griechenland die 2.

Als untrügliches Zeichen, dass in unserem Hause ein Urlaub ansteht, gilt es wenn ein Buch aus dem Lonely Planet Verlag per Post ins Haus flattert:

Greece

Nachdem man uns vergangenes Jahr auf Kos von der griechischen Gastfreundschaft und Kinderfreundlichkeit überzeugte, geben wir dem schönen Land auch dieses Jahr wieder eine 2. Chance. Allerdings wird es keine der berühmten Inseln werden, sondern vielmehr das Festland, um genau zu sein, 80km südlich von Thessaloniki auf einem der s.g. 3 Finger im Bezirk Chalkidiki. Wir haben uns den südlichsten ausgesucht, den man auch Kassandra nennt.

Als Hotel haben wir uns für ein ganz ähnliches wie 2015 entschlossen, das Aegean Melathron direkt an der Küste. Auch hier wieder die Tatsache, dass dies nichts mehr mit den eher abenteuerlichen Touren die wir früher unternahmen zu tun hat, aber hast du erst einmal ein Kind, dann bist du froh wenn du in einer schönen Anlage deine Ruhe hast. Geflogen wird übrigens das erste Mal mit Eurowings, wieder von Düsseldorf aus in aller Herrgott’s Frühe.

Interessant bei der Buchung war übrigens die Tatsache, dass es wirklich schwierig wird in der Nebensaison zu buchen, da die deutschen Sommerferien der Bundesländer extrem auseinandergezogen werden. Während bspw. NRW jetzt bereits in den Ferien ist, haben die Leute in SH und Bayern noch bis Mitte September Ferien. Für den Verkehrsfluss auf dt. Straßen ist das freilich nur von Vorteil.

Prinzipiell sei aber gesagt, dass die Suche in vermeintlich sicheren Reiseländern wie zu erwarten schwerer und teuer war. Auf den üblichen Portalen wie Alltours, Ltur oder NUR sind Ziele wie Balearen, Kanaren oder Kreta verhältnismäßig preisintensiv, während Türkei, Ägypten oder Tunesien verramscht werden. Gut, überraschend ist das nicht, schließlich wir die dt. Reise Attitüde in diesem Sommer ja in den Nachrichten bereits durchs Dorf getrieben. Beruflich bekomme ich natürlich auch mit, dass heimische Ziele in diesem Jahr Rekord-Belegung erwarten. Bleibt abzuwarten, wo der Teutone hinfährt, wenn hier das erste Terrorziel auseinander fliegt, dieser Kelch wird nicht für immer an uns vorbeigehen.


Nichts zu sehen hier…

…nur ein Foto des kanadischen Premiers auf der Gay Parade:

Canadian Prime Minister

Man stelle sich die Merkel, den Gabriel oder den Priester in gleicher Situation vor. Einzig der Herr Schulz, der kann so etwas.


Eine Reise nach Lappach / Lappago in Südtirol…

Keine Ahnung ob es heute immer noch so ist, aber früher hat man in den Sommerferien den Nachwuchs in einen Bus gepackt und ihn 3 Wochen mit Gleichaltrigen ins Nirgendwo geschickt. Was sich wie Kinderlandverschickung anhört, ist natürlich das Ferienlager.

Meiner-Einer war sage und schreibe zwischen 1992 und 1996 viermal im schönen italienischen Lappach oder auch Lappago:

Mit zunehmenden Alter wird man auch melancholischer und weiß die Annehmlichkeiten die diese 21 Tage Freiheit mit sich brachten erst richtig zu schätzen. Es war schon immer mein Plan, dorthin zurückzukehren um Erinnerungen aufzufrischen. Vergangenen Monat haben wir das dann realisiert, sind also 6 Tage zum Wandern nach Südtirol gefahren.

Lappago

Das Wetter war grauenvoll, außer am Anreisetag, hat sich die Sonne quasi überhaupt nicht gezeigt. Deswegen haben wir den Aufenthalt auch um 2 Tage gekürzt, um dann kurzerhand noch den väterlichen Geburtstag in Berlin zu feiern. Rein auf die Distanz gesehen, hat sich das nichts genommen. Überhaupt haben wir die Freiheiten eines Urlaubes mit dem eigenen Auto zum ersten Mal genießen können. Wir hatten unheimliches Glück und haben bei kumuliert 2.950km nicht einmal ernsthaft im Stau gestanden, weder in Deutschland, noch in Italien oder Österreich.

Die Pension war das Café Schneider. Eine urige Wirtschaft, die noch von der Familie betrieben wird und in der es authentisch, sauber und freundlich zuging. Selbst bei unserer verfrühten Abreise, hat man keinerlei Anstalten gemacht, uns voll zu berechnen. Preis-Leistung waren einfach unschlagbar.

Über den Ort Lappach selbst bleibt nicht viel zu sagen. Auf 1.500 Metern Höhe schläft man wie ein Stein, die Zeit scheint dort stehen geblieben zu sein. Ein paar Hundert Einwohner die irgendwie alle miteinander verschwägert sind, leben ausschließlich von der Landwirtschaft oder dem Tourismus. Das Tal ist dort auch zu Ende und wird durch eine Staumauer (der Neves Stausee) geschlossen. Es führt also wortwörtlich nur eine Straße ins Tal hinein, das war es dann auch. Für Bergtouren auf jeden Fall der ideale Ausgangspunkt.

Da wir außerhalb der Saison anreisten, gab es ein paar Nachteile. Teilweise hat uns Schnee in den Höhen noch den Weg versperrt und auch das Wetter war wie oben erwähnt eher halbgar. Hinzu kommt, dass wenn man nicht im Dorf speisen möchte, man tatsächlich bis Sand in Taufers fahren muss (ca. 25km) um ansprechende Gastronomie zu finden. Rein preislich war das natürlich paradiesisch, wir haben noch nie einen so günstigen Urlaub erlebt.

 

Gerne fahren wir noch einmal nach Lappach, dann aber im Sommer und wenn Felix größer ist, damit ich ihn nicht die Berge hochschleppen muss. Die dünne Luft hat das Laufen mit der Kraxe nämlich außerordentlich erschwert.