Eine Reise nach Lappach / Lappago in Südtirol…

Keine Ahnung ob es heute immer noch so ist, aber früher hat man in den Sommerferien den Nachwuchs in einen Bus gepackt und ihn 3 Wochen mit Gleichaltrigen ins Nirgendwo geschickt. Was sich wie Kinderlandverschickung anhört, ist natürlich das Ferienlager.

Meiner-Einer war sage und schreibe zwischen 1992 und 1996 viermal im schönen italienischen Lappach oder auch Lappago:

Mit zunehmenden Alter wird man auch melancholischer und weiß die Annehmlichkeiten die diese 21 Tage Freiheit mit sich brachten erst richtig zu schätzen. Es war schon immer mein Plan, dorthin zurückzukehren um Erinnerungen aufzufrischen. Vergangenen Monat haben wir das dann realisiert, sind also 6 Tage zum Wandern nach Südtirol gefahren.

Lappago

Das Wetter war grauenvoll, außer am Anreisetag, hat sich die Sonne quasi überhaupt nicht gezeigt. Deswegen haben wir den Aufenthalt auch um 2 Tage gekürzt, um dann kurzerhand noch den väterlichen Geburtstag in Berlin zu feiern. Rein auf die Distanz gesehen, hat sich das nichts genommen. Überhaupt haben wir die Freiheiten eines Urlaubes mit dem eigenen Auto zum ersten Mal genießen können. Wir hatten unheimliches Glück und haben bei kumuliert 2.950km nicht einmal ernsthaft im Stau gestanden, weder in Deutschland, noch in Italien oder Österreich.

Die Pension war das Café Schneider. Eine urige Wirtschaft, die noch von der Familie betrieben wird und in der es authentisch, sauber und freundlich zuging. Selbst bei unserer verfrühten Abreise, hat man keinerlei Anstalten gemacht, uns voll zu berechnen. Preis-Leistung waren einfach unschlagbar.

Über den Ort Lappach selbst bleibt nicht viel zu sagen. Auf 1.500 Metern Höhe schläft man wie ein Stein, die Zeit scheint dort stehen geblieben zu sein. Ein paar Hundert Einwohner die irgendwie alle miteinander verschwägert sind, leben ausschließlich von der Landwirtschaft oder dem Tourismus. Das Tal ist dort auch zu Ende und wird durch eine Staumauer (der Neves Stausee) geschlossen. Es führt also wortwörtlich nur eine Straße ins Tal hinein, das war es dann auch. Für Bergtouren auf jeden Fall der ideale Ausgangspunkt.

Da wir außerhalb der Saison anreisten, gab es ein paar Nachteile. Teilweise hat uns Schnee in den Höhen noch den Weg versperrt und auch das Wetter war wie oben erwähnt eher halbgar. Hinzu kommt, dass wenn man nicht im Dorf speisen möchte, man tatsächlich bis Sand in Taufers fahren muss (ca. 25km) um ansprechende Gastronomie zu finden. Rein preislich war das natürlich paradiesisch, wir haben noch nie einen so günstigen Urlaub erlebt.

 

Gerne fahren wir noch einmal nach Lappach, dann aber im Sommer und wenn Felix größer ist, damit ich ihn nicht die Berge hochschleppen muss. Die dünne Luft hat das Laufen mit der Kraxe nämlich außerordentlich erschwert.

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Über arsteutonicus

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