Archiv der Kategorie: Persönliches

War ne‘ lange Pause hier…

…ist aber auch viel los gewesen. Wenn der Beruf und das Privatleben dir alles abverlangen, kann man sich nicht mit Banalitäten wie einem Blog auseinander setzen. Jetzt im Sommerloch scheint es fast so, als ob der Alltag ein paar freie Minuten erlaubt, um niederzuschreiben was wichtig war, ist und sein wird. Dabei dreht es sich natürlich um alles was in den vergangenen Wochen geschehen ist, vom Urlaub in Kroatien bis zum G20 Gipfel, vom neuesten Buch bis hin zur neuesten Trophäe auf der Playstation. Machen wir also weiter.

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Die pure Nacktheit des Deutschen…

…wenn er alles Materielle ablegt, durch das er sich definiert. Was wäre der Deutsche ohne Thermomix, ohne sein Auto, ohne seine Funktionsjacke und seinem Fitnessarmband? Ein Häufchen sich vom Konsumdiktat entsagtes Elend, dazu verdammt sich seinen eigenen Individualismus zu suchen, ohne Entscheidungshilfe von der sozialen Konditionierung, dem TV oder dem allesbestimmenden Trend. Daumengeilheit auf Facebook ist Geschichte, der deutsche Asket auf der Suche nach sich selbst. Man darf gespannt sein, ob so mancher Cross Fit Veganer das noch kann/will/sollte!


Der Blinker des Deutschen – mehr als nur schmückendes Beiwerk…

Als aktiver Berufsverkehrsteilnehmer fällt mir in letzter Zeit immer häufiger auf, dass dieser kleine gelbe blinkende Schelm an jeder Ecke des Kfz immer weniger in Erscheinung tritt. Ich vermisse diesen kleinen Mann, der mir mit seinem aufgeregten Flackern früher immer Kunde über Richtungsänderungabsichten des Wagenlenkers gab. Wo bist du, Unfallpräventionsbeauftragter des kleinen Mannes? Und noch viel wichtiger, warum ziehst du dich vor allem in Deutschland immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück?

Âuf ein baldiges und vor allem häufiges Wiedersehen, ein Fan.


Die Terrorfrage bei der BuTa Wahl in 2017…

…lässt sich doch – wenn man die Entscheidung einzig und allein auf den Umgang mit der momentanen Bedrohung und ihren Faktoren herunterbricht – mit einer einzigen Frage beantworten. Möchte ich jemand wählen, der aus dem Bild unten rechts Profit zieht oder jemanden der die linke Seite als Maxime seines Handelns ansieht?

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Meiner Meinung nach eine simpel zu beantwortende Frage.


Den eigenen Kollegen einstellen…

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Derzeit sehe ich mich mit der Herausforderung konfrontiert, zwei Kollegen für unsere Abteilung einzustellen. Das ist komplettes Neuland für mich. Zwar hatte ich bereits Personalverantwortung, doch durfte ich bis dato noch nicht mein eigenes Team zusammenstellen.

Die erste Dame habe ich jetzt gefunden, eigentlich eher ein Mädchen. Bis es bis zu diesem Punkt kam, wurden diverse Gespräche geführt und auch Bewerbern abgesagt. Kandidaten absagen gehört ja quasi zu meinem Alltag, doch noch nie ging es dabei um potenzielle Erweiterungen meiner Abteilung. Um den ganzen einen drauf zu setzen, wurde ich mit ein paar persönlichen Schicksalen konfrontiert, die solche Entscheidungen maßgeblich schwerer erscheinen lassen. Als Beispiel seien hier nur mal Alleinerziehend und ein Alter von weit über 40 Jahren genannt, was natürlich kein Ausschiedskriterium ist.

Solche Gespräche gehen in der Regel auch weiter in die Tiefe, als die normalen Bewerbungsgespräche die ich führe, bei denen es fast ausschließlich um fachliche Belange geht. Schließlich will man ja wissen, wie steht es um die Familienplanung, wie mobil ist man und wie schnell kann man zum Erfolg der eigenen Aufgabe beitragen. Im Nacken sitzt einem dabei natürlich auch der Erfolgsdruck, denn niemand hat es gern, wenn nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit vorgeworfen wird, was für eine Niete man dem Betrieb in den Pelz gesetzt hat. Auf der Gegenseite möchte man auch niemanden aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus reißen, nur um dann nach drei Monaten festzustellen, das diese Person doch nicht passt.

Das beschäftigt mich derzeit ungeahnt viel, doch macht es auch Spaß die Verantwortung bestmöglich wahrzunehmen… Bin gespannt wie das ausgeht, eine/r muss noch gefunden werden.


In einem Monat kann viel geschehen…

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…so kann bspw. ein Wirtschaftsriese mit Null Ahnung von Politik aber dafür einem ganzen Sack voll Vorurteilen zum vermeintlich mächtigsten Mann der Welt aufsteigen (nicht das die Alternative viel besser gewesen wäre, aber immerhin). Aber ich will nicht auch noch in den Tenor des Trump Weltuntergangs mit einfallen. Auch den werden wir überstehen, daher schlicht und einfach:

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Und sonst so?

Kleine Consultants können nach erst knapp 2 Jahren in der Firma zum Abteilungsleiter aufsteigen, sogar ungewollt 😉

Die Vorbereitungen zum Hauskauf können abgeschlossen werden, sodass nur noch der Tag der Übergabe näher rücken muss. Ein gutes Gefühl Papierkram, Finanzangelegenheiten und Zahlungsmodalitäten abgewickelt zu haben. Schon aufregend so ein Schritt, da holt mich auch die Perspektive bzgl. einer abrupten Preiskorrektur des Marktes einer Immobilien Vereinigung nicht auf den Boden der Tatsachen zurück.

Eine Frau die ihren Führerschein ohne jegliche Fahrpraxis käuflich erworben hat, kann soweit im deutschen Fahrschulsystem kommen, dass ihr Praxistest schon auf den 30. November gelegt wurde.

Kleine Männer wachsen und wachsen, sodass man sie für drei Jahre alt hält, anstelle der eigentlichen ein Jahr und acht Monate…


Dominosteine in der Sonne

Ich erkenne eine klare Diskrepanz der Gefühle, wenn ich bei 35°C Außentemperatur Zimtsterne aus dem Aldi wegmümmel. Was läuft das verkehrt? Global Warming? Gewinnmaximierung mit Weihnachtsprodukten? Subjektive Fehleinschätzung beim Kaufverhalten?


Syrische Kindheits-Perspektiven

Bevor ich in den Urlaub gehe, hier noch ein simples Bild das mit ein paar einfachen Strichen viel Komplexität ausdrückt. Genau heute vor einem Jahr, wurde der Junge am Strand angespült.

Syrische Kinder


Was unterscheidet Fitnessstudios in Deutschland zu China?

Wie wir hier sehen konnten: Gyms in China ist ein Besuch in einem Gym in China recht abenteuerlich und kaum mit dem in Deutschland zu vergleichen. Genau genommen, gibt es aber auch bei uns ein paar Charaktere, die es wohl in jedem Studio gibt und die in puncto ‚Groteske‘ ebenfalls nicht ganz unerheblich sind:

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Folgende Individuen sind mit in meinem Flex aufgefallen:

Der Abklatscher

Hier haben wir einen in der Regel männlichen Sportler in seinen 20er, der sein Erscheinen im Gym zelebriert und entsprechend gehuldigt werden will. Jeden der ihn auch nur einmal zugenickt hat, hält er die schwitzige Pranke zum Abklatschen hin, dass der Schweiß nur so über die Geräte plattert. Bist du gerade mitten in einem Set, stellt er sich neben dich und wartet tatsächlich, bis du fertig bist, nur um das Ritual zu vollziehen. Im schlimmsten Fall labert er währenddessen. Überflüssig zu erwähnen, dass bei der Verabschiedung sich das gleich noch einmal vollzieht.

Die Labertasche

Dieser spielt in einer ähnlichen Liga wie der Erstgenannte. Zuhause wird ihm kein Gehör geschenkt, so flüchtet er sich in die temporäre Anonymität des Gyms, wo er wildfremden Leuten erzählen kann, was niemand hören will oder gar interessiert. Grob wird es, wenn sich so ein Individuum auf einem Cardio-Gerät neben dir platziert und man quasi für mindestens eine Trainingseinheit an ihn gebunden ist. Das Sozialprotokoll verbietet es dabei, sich einfach die Kopfhörer in die Ohren zu stecken, um den Laberer eine Abfuhr zu erteilen. Warum ist das so?

Der Rentner

Es liegt in der Natur der Sache, das wir hier einen etwas fortgeschrittenen Sportsfreund haben. Vor allem morgens trifft sich ein eingeschworener Kreis von alternden Cross Trainern, um alles zu teilen worum es im Leben noch geht: Krankheiten. Ähnlich wie beim Morgenschwimmen, grüßt jeder jeden und empfängt Neuankömmlinge mit der unverfänglichen Frage: „Na, was macht die Gesundheit?“ In retour erhält man ein Zusammenfassung von Ischias Zuständen, Gastritis Plagen, Rheumaattacken oder auch Blasenschwäche. Auf kurze Sicht gesehen, ein sehr witzige Nutzergruppe, langfristig eher nervig, denn bei den Gesprächen belagert man gerne mal ein oder zwei Geräte für eine gefühlte Stunde.

Die Leser

Hier haben wir eher weibliche Sportler 40+, die auf den Geräten den Brockhaus auspacken und für 3 Stunden im Schneckentempo Sport treiben, um dabei lesen zu können. Dieses Phänomen muss mir mal noch wer erklären, denn zumindest die physikalische Ertüchtigung erschließt sich mir nicht.

Der Dokumentar

Meist mit einem kleinen Heft bewaffnet, wird jede noch so kleine Bewegung dokumentiert. Überall am Körper hängen Kabel und Zähler jeglicher Couleur, um nach dem Sport alles haarklein im Internet zu dokumentieren. Die geistige Zerstreuung die so eine Ertüchtigung mitbringen sollte, bleibt dabei völlig auf der Strecke.

Der Pumper vor dem Herren

Verdunkelt sich das Innenlicht abrupt, hat die 2 x 2 Meter Kante das Heiligtum betreten. Hierbei handelt es sich meist um ein Männchen, das entweder Mehmet, Kai oder Vitali heißt und mehr oder weniger zum Inventar gehört. Jeder kennt hin, jeder blickt ehrfürchtig zu ihm auf wenn er 200 KG auf der Bank drückt und allein 2 andere Sportler damit beschäftigt sind, als Absicherung hinter ihm zu stehen. Bewaffnet mit einer 5L Flasche isotonischer Plörre und Bananen mümmelnd fachsimpelt er mit dem Personal, wie er beim Faszien Training noch einen halber Millimeter mehr am Unterarm bekommen kann oder die Definition am Unterschenkel optimiert. Bei Frauen wirkt er wie ein teures Gemälde, schön anzuschauen – aber zu Hause will ihn keiner.

Diese Version gibt es übrigens auch als burschikos weiblich und sie rülpst mit den Männern gerne um die Wette.

Der/die Gezwungene

Hier haben wir jemanden, der da gar nicht sein will. Entweder hat der Partner etwas gesagt, der Arzt hat Druck gemacht oder allgemein steht ein Bikini Urlaub an. Man sieht seine Unlust förmlich, zwischen jedes Set zwängt sich eine 10-minütige Pause in der am Telefon gespielt wird. Das Sport Intermezzo dieser Gruppe währt in der Regel nur kurz, nach ein paar Wochen sind sie wieder verschwunden, können aber mit der Mitgliedskarte ganz vorn in der Geldbörse immer noch bei den Mädels punkten. Durch ihre lange Belagerung der Geräte und den damit verbundenen nichts tun, kann es schnell zu Konflikten mit eben diesen kommen.

Der ‚Wer?‘

Man sieht ihn/sie häufig, keiner hat jemals mit ihm/sie geredet und überhaupt ist die ganze Person schwer sozial integrierbar in diesem Mikrokosmos. Immer mit Kopfhörern im Ohr, unempfänglich für Konversation verfolgt das Individuum seinen Trott, egal was um es herum geschieht. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Nur der Sache verschrieben.

Das dürfte dann ich sein, in 2 Jahren habe ich mich nicht einmal mit jemanden dort unterhalten, aber das ist ja auch keine Bibliothek, sondern ein Sporttempel. Meine Meinung…


Das Sacktrauma

Wer einmal eine Gruppe von ca. 10 Männer in ihren 50ern und gekleidet in äußerst knappen Radlerhöschen, auf sich hat zu joggen sehen, der ist vom hüpfenden Pimmelkino fürs‘ Leben gezeichnet. Nun bin ich nicht der Benchmark für Ästhetik, doch ich weiß was man sehen muss, sehen sollte und was sich zu sehen lohnt. Alternde Radlerhosenträger gehören zu keiner dieser 3 Kategorien.

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