Archiv des Autors: arsteutonicus

Über arsteutonicus

Zu lange hier und zu wenig dort. Aber immer irgendwie am richtigen Platz.

Wenn Peter Griffin…

…im TV auftaucht, schreit mein Sohn „Papa, Papa!“. Das sollte mir zu denken geben.

 

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Ohrenschmaus: thisquietarmy

Meine neueste Entdeckung kommt aus Kanada und heißt thisquietarmy. Eric Quach verbindet Dark Ambient, Drones und reguläre Instrumente (primär Schlagzeug) miteinander, sodass beeindruckende Klangwände entstehen, die sich langsam aufbauen um in einem mitreißenden Zenit zu gipfeln. Beispiel:

Soviel Innvoation in dem Genre ist mir lange nicht untergekommen. Im Oktober performed er live in einer Kirche in Bochum, unsere Karten haben wir bereits gesichert, denn wer weiß wann es ihn wieder nach Europa bringt.


Wenn man das erste Mal ein Haus renoviert…

…muss man sich mit den merkwürdigsten Dingen auseinandersetzen.

Welche Handwerkernaturen braucht man, um ein Bad zu renovieren? Internetkauf der Baustoffe oder alles aus einer Hand? Decke abhängen oder verputzen? Zuerst die Kernbohrungen für die Heizung oder zuerst Fliesen? Mischmulde oder nur Mauerwerk Abraum? Wand rauskloppen oder raussägen? Laminat oder Vinyl?

Hat ganz schön gedauert, bis man sich in so etwas reingelesen hat, aber so langsam nimmt es Gestalt an. Wichtig ist vor allem die zeitliche Planung, wobei man genau darauf achten muss, wer was zuerst erledigen sollte damit der nachfolgende Handwerker nicht alles wieder zutrümmert. Für uns war bis dato die Reihenfolge:

1. Kernbohrungen & Wand Durchbruch (Betonsäge)
2. Heizungsbau mit Rohren verlegen
3. Fliesen entfernen und erneuern
4. Wände / Decken verspachteln
5. Geräte / Sanitär Anschlüsse
6. Kücheneinbau
7. Boden neu verlegen
8. Bier trinken

Ob das alles so aufgeht, man darf gespannt sein. Hinzu kommen noch weitere administrative Aufgaben wie den Bezirksschornsteinfeger informieren und den Gasanbieter zur Abnahme bewegen (neue Heizung). Feinheiten wie der eigentliche Umzug mal außen vor gelassen.

Eines haben wir auf jeden Fall schon gelernt: zuverlässige Partner die ihr Geschäft kennen sind unersetzlich bei der Nummer. Empfehlen können wir zur Angebotseinholung übrigens: www.my-hammer.de


Flugratten töten?

Unsere liebe Hausverwaltung wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass alle lebensvereinfachenden Massnahmen für Tauben einzustellen sind. Im Idealfall auch noch Spieße auf Fensterbänken anbringen und ggf. Nester entfernen, so sieht wohl der perfekte Mieter aus.
Jetzt zschiept und gurrt es seit Wochen vor unserem Fenster, also habe ich mir mal angesehen, was da draußen so abgeht. Zwei flauschige Tauben Küken bewohnen dort ein Nest mit ihren Eltern, was soll ich jetzt also tun? Wenn es nach unserer Hausverwaltung geht, muss ich jetzt wohl das Nest samt Vogelnachwuchs runterwerfen, das können sie sich aber abschminken. Klar muss man den Zuzug nicht unbeding fördern, doch deswegen werde ich noch lange kein Tierquäler oder was weiß ich….


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Heinz G. Konsalik – Sie waren 10

Ja, ich lese den Hausfrauen-Schwartenschreiber mit seiner lasziv ordinären Erotik. Was nämlich kaum jemand weiß, der Mann – oder sein Ghostwriter – hat erstklassige Weltkriegs Bellestrik am Beginn seiner Autorenkarriere auf das Papier gebracht. Sie waren 10, ist eines der letzten Konsalik Bücher auf meiner Liste, das sich noch mit dem Thema beschäftigt.

Plot: 1944 steht das 3. Reich vor dem Abgrund und die SU setzt zu den großen Sommeroffensiven an. Die deutsche Abwehr unter Canaris beschließt 10 deutsche Offiziere mit russischen Verflechtungen in der Familie über Moskau abzusetzen, um Stalin direkt im Kreml zu ermorden. So kühn, so dumm. Die Geschichte berichtet vom (erfundenen) Hergang, wobei diese phantasievolle Anekdote mit zahlreichen realen Begebenheiten verflochten wird. Wenn man nicht aufpasst, glaubt man fast was man da liest.

Es liest sich wie jeder Weltkriegs Konsalik (Die Rollbahn, Strafbatallion 999, usw.) einfach, über Strecken spannend und als Buch simpel unterhaltend. Konsalik hat sich nicht auf die Fahne geschrieben, gänzlich neue Blickwinkel aufzuzeigen, sondern siedelt eine Agentengeschichte wie zufällig in den Wirren der kriegsmüden Sowjetunion an. Hierbei bedient er sich den altbekannten Stilmitteln wie subtiler Gewaltdarstellung, leichter Hausfrauenerotik und heroischer Landserromantik. Alles drei kombiniert wird wohl jeder Literat als Beleidigung ansehen, ich allerdings finde es unterhaltend, sodass es mir schwerfällt die Schwarte mit ihren annähernd 500 Seiten am Abend aus der Hand zu legen, um ein wenig Schlaf zu finden. Einfache Unterhaltung eben, dass was ich zum Tagesende brauche.


Die erste Reise nur mit Auto, 7 Tage Umag in Kroatien…

…der ein oder andere weiß, ich hasse fliegen, auch wenn ich das sicherlich schon 100 Mal getan habe. In diesem Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, mich nicht in so eine Aluminium Tube zu setzen, sondern ein erfahrbares Ziel zu erkunden. Raus kam dabei die Insel Krk in Kroatien, die mit 1.300 km Entfernung noch in Reichweite liegt. Gesagt, getan, Hotel für einen Zwischenstopp in Brannenburg (Bayern) und auf der Insel direkt an der Küste gebucht. Als guter Deutscher lassen wir nichts anbrennen, selbst Vinietten für Slowenien und Österreich habe ich beim ADAC vorab bestellt. Man sieht, alle Widrigkeiten sind vorab ausgeschlossen und es könnte so schön sein, doch was wenn das Hotel dir 5 Tage vor Anreise mitteilt, dass es überbucht ist, deine Reservierung somit storniert wurde? Tja, Arschkarte, also seid gewarnt, sollte jeman auf die Idee kommen diese Bumsbude zu buchen: Hotel Drazica Vorsicht!

Wir haben dann in einer Hauruck Aktion eine Ferienwohnung gebucht, die zweite Premiere in puncto Urlaub. Diese liegt in Umag, 100km weiter nördlich von Krk, fast an der Grenze zu Slowenien und heißt Eva Apartments:

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Morgens um 10 Uhr sind wir gestartet und benötigten knappe 6 Stunden bis Rosenheim /Brannenburg. Unsere Rast hätte sich nicht besser gestalten können, idyllisch im Wald gelegen mit grandiosem Ausblick auf die Münchner Tiefebene. Zusätzlich machten uns Preise wie in Magdeburg 1992 glücklich, sodass wir uns lukullisch gehenlassen konnten. Am nächsten Tag verließen wird das Haus früh und freuten uns bereits auf den Stopp während der Rückfahrt.

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Die zweite Etappe haben wir im Sturm genommen, kein Stau, – nicht einmal am Karawankentunnel – konnte uns noch aufhalten, sodass wir 15 Uhr bereits am Ziel waren. Eine tolle Wohnung erwartete uns, die sauber, geräumig und mit einer riesigen Dachterrasse garniert war. Freundliche Eigner begrüßten uns, um gleich einen Eindruck über die tolle kroatische Gastfreundschaft zu geben, die uns in den kommenden Tagen noch vielfach begegnen sollte. Auch vom Standort hätten wir es nicht besser treffen können, teilweise Seeblick mit 100 Metern bis zum Strand und ein Kaufland ums Eck machten alles fußläufig erreichbar.

Roof

Die Tage vergingen schnell. Die Stadt Umag ist größentechnisch überschaubar, die touristischen Attraktionen und Restaurants konzentrieren sich um den Hafen herum. Sandstrände sucht man vergebens, es gibt ausschließlich steiniges Terrain am Wasser. Beim Essen wechselten wir uns täglich ab, ein Tag wurde auswärts gespeist, ein Tag selbst gekocht (was aufgrund der Ausstattung und den nahegelegenem Supermarkt wirklich einfach war). Zweimal am Tag führte uns der Weg zum Meer, wobei in der Mittagszeit der kleine Furzknoten stets ein Nickerchen brauchte; zusammen mit Papa. So ein Tag am Meer zehrt halt ein des Kindes Kräften. An 5 Tagen raffte ich mich sogar früh morgens zu einem 6 km Lauf durch die Innenstadt auf.

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Nur an einem Tag haben wir uns ins Auto gesetzt, um die Umgebung zu erkunden. Innerhalb von 3 Stunden haben wir einen Radius von 30km erfahren und konnten ein paar Eindrücke vom Leben dort sammeln.  Besonders beeindruckend war das nicht, die Zeit tickt dort halt etwas entspannter und man legt den Fokus eben auf Agrarwirtschaft (Früchte, Oliven, Wein) und Tourismus.

Alles in allem war dieser Urlaub die entspannteste Zeit die wir bis dato verlebt haben. Die gemütliche Anreise, die tolle Rast in Bayern und das verlangsamte Leben in den Tag hinein haben uns sehr tollen Urlaub beschert. Kroatien hat uns mit Sicherheit nicht das letzte mal gesehen, wir freuen uns auf den nächsten Trip in dieses tolle Land. Allen Familien die eine besondere Zeit miteinander verbringen möchten, dürfen wir diesen kinder- und gastfreundlichen Landstrich nur empfehlen.

Nicole

P.S. beim Rückweg war uns nicht bewusst, dass es der letzte Ferientag der Bayern war. Dementsprechend war es ein Desaster, auf das ich hier lieber nicht eingehen will…


War ne‘ lange Pause hier…

…ist aber auch viel los gewesen. Wenn der Beruf und das Privatleben dir alles abverlangen, kann man sich nicht mit Banalitäten wie einem Blog auseinander setzen. Jetzt im Sommerloch scheint es fast so, als ob der Alltag ein paar freie Minuten erlaubt, um niederzuschreiben was wichtig war, ist und sein wird. Dabei dreht es sich natürlich um alles was in den vergangenen Wochen geschehen ist, vom Urlaub in Kroatien bis zum G20 Gipfel, vom neuesten Buch bis hin zur neuesten Trophäe auf der Playstation. Machen wir also weiter.


Schlechte Email ID…

…des Tages: sich bei Immowelt online um eine Wohnung bemühen mit: mietnomade(at)gmx.de


Alexandar Tisma – Kapo

Wir begleiten Lamian auf dem Weg durch das Martyrium der Schuld, als ein Opfer das im Rahmen der Umstände selbst zum Täter wurde. Noch Jahrzehnte nach seiner Zeit als Kapo in drei verschiedenen KZs, quält ihn die Schuld und Angst vor Entdeckung täglich, so macht er sich auf die Suche nach seinem größten Opfer. Diese Frau, die er für Nahrung sexuell demütigte, ist in seinen Augen die einzige Person auf der Welt, der das Recht des Urteils zusteht. Durch das Auffinden der Gequälten erhofft er sich Erlösung.

Tisma schreibt extrem ausführlich, unternimmt Zeitsprünge und bedient sich ausgeschmückter Literatur, dass es eine Herausforderung ist dem Strang überhaupt zu folgen. Verstärkt wird dies durch die zuteils sehr explizite Beschreibung von Gewaltakten und Sexualpraktiken, sodass sich das Buch nur bedingt als gute Nacht Geschichte eignet. Nichts desto Trotz ein wichtiger Einblick in die Psyche eines Täters aus dem ehemaligen Jugoslawien, der irgendwo in der Sphäre zwischen Schuld, Reue und Opfer steht. Verstörend, aber gut.