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Die erste Reise nur mit Auto, 7 Tage Umag in Kroatien…

…der ein oder andere weiß, ich hasse fliegen, auch wenn ich das sicherlich schon 100 Mal getan habe. In diesem Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, mich nicht in so eine Aluminium Tube zu setzen, sondern ein erfahrbares Ziel zu erkunden. Raus kam dabei die Insel Krk in Kroatien, die mit 1.300 km Entfernung noch in Reichweite liegt. Gesagt, getan, Hotel für einen Zwischenstopp in Brannenburg (Bayern) und auf der Insel direkt an der Küste gebucht. Als guter Deutscher lassen wir nichts anbrennen, selbst Vinietten für Slowenien und Österreich habe ich beim ADAC vorab bestellt. Man sieht, alle Widrigkeiten sind vorab ausgeschlossen und es könnte so schön sein, doch was wenn das Hotel dir 5 Tage vor Anreise mitteilt, dass es überbucht ist, deine Reservierung somit storniert wurde? Tja, Arschkarte, also seid gewarnt, sollte jeman auf die Idee kommen diese Bumsbude zu buchen: Hotel Drazica Vorsicht!

Wir haben dann in einer Hauruck Aktion eine Ferienwohnung gebucht, die zweite Premiere in puncto Urlaub. Diese liegt in Umag, 100km weiter nördlich von Krk, fast an der Grenze zu Slowenien und heißt Eva Apartments:

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Morgens um 10 Uhr sind wir gestartet und benötigten knappe 6 Stunden bis Rosenheim /Brannenburg. Unsere Rast hätte sich nicht besser gestalten können, idyllisch im Wald gelegen mit grandiosem Ausblick auf die Münchner Tiefebene. Zusätzlich machten uns Preise wie in Magdeburg 1992 glücklich, sodass wir uns lukullisch gehenlassen konnten. Am nächsten Tag verließen wird das Haus früh und freuten uns bereits auf den Stopp während der Rückfahrt.

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Die zweite Etappe haben wir im Sturm genommen, kein Stau, – nicht einmal am Karawankentunnel – konnte uns noch aufhalten, sodass wir 15 Uhr bereits am Ziel waren. Eine tolle Wohnung erwartete uns, die sauber, geräumig und mit einer riesigen Dachterrasse garniert war. Freundliche Eigner begrüßten uns, um gleich einen Eindruck über die tolle kroatische Gastfreundschaft zu geben, die uns in den kommenden Tagen noch vielfach begegnen sollte. Auch vom Standort hätten wir es nicht besser treffen können, teilweise Seeblick mit 100 Metern bis zum Strand und ein Kaufland ums Eck machten alles fußläufig erreichbar.

Roof

Die Tage vergingen schnell. Die Stadt Umag ist größentechnisch überschaubar, die touristischen Attraktionen und Restaurants konzentrieren sich um den Hafen herum. Sandstrände sucht man vergebens, es gibt ausschließlich steiniges Terrain am Wasser. Beim Essen wechselten wir uns täglich ab, ein Tag wurde auswärts gespeist, ein Tag selbst gekocht (was aufgrund der Ausstattung und den nahegelegenem Supermarkt wirklich einfach war). Zweimal am Tag führte uns der Weg zum Meer, wobei in der Mittagszeit der kleine Furzknoten stets ein Nickerchen brauchte; zusammen mit Papa. So ein Tag am Meer zehrt halt ein des Kindes Kräften. An 5 Tagen raffte ich mich sogar früh morgens zu einem 6 km Lauf durch die Innenstadt auf.

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Nur an einem Tag haben wir uns ins Auto gesetzt, um die Umgebung zu erkunden. Innerhalb von 3 Stunden haben wir einen Radius von 30km erfahren und konnten ein paar Eindrücke vom Leben dort sammeln.  Besonders beeindruckend war das nicht, die Zeit tickt dort halt etwas entspannter und man legt den Fokus eben auf Agrarwirtschaft (Früchte, Oliven, Wein) und Tourismus.

Alles in allem war dieser Urlaub die entspannteste Zeit die wir bis dato verlebt haben. Die gemütliche Anreise, die tolle Rast in Bayern und das verlangsamte Leben in den Tag hinein haben uns sehr tollen Urlaub beschert. Kroatien hat uns mit Sicherheit nicht das letzte mal gesehen, wir freuen uns auf den nächsten Trip in dieses tolle Land. Allen Familien die eine besondere Zeit miteinander verbringen möchten, dürfen wir diesen kinder- und gastfreundlichen Landstrich nur empfehlen.

Nicole

P.S. beim Rückweg war uns nicht bewusst, dass es der letzte Ferientag der Bayern war. Dementsprechend war es ein Desaster, auf das ich hier lieber nicht eingehen will…

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Griechenland die 2.

Als untrügliches Zeichen, dass in unserem Hause ein Urlaub ansteht, gilt es wenn ein Buch aus dem Lonely Planet Verlag per Post ins Haus flattert:

Greece

Nachdem man uns vergangenes Jahr auf Kos von der griechischen Gastfreundschaft und Kinderfreundlichkeit überzeugte, geben wir dem schönen Land auch dieses Jahr wieder eine 2. Chance. Allerdings wird es keine der berühmten Inseln werden, sondern vielmehr das Festland, um genau zu sein, 80km südlich von Thessaloniki auf einem der s.g. 3 Finger im Bezirk Chalkidiki. Wir haben uns den südlichsten ausgesucht, den man auch Kassandra nennt.

Als Hotel haben wir uns für ein ganz ähnliches wie 2015 entschlossen, das Aegean Melathron direkt an der Küste. Auch hier wieder die Tatsache, dass dies nichts mehr mit den eher abenteuerlichen Touren die wir früher unternahmen zu tun hat, aber hast du erst einmal ein Kind, dann bist du froh wenn du in einer schönen Anlage deine Ruhe hast. Geflogen wird übrigens das erste Mal mit Eurowings, wieder von Düsseldorf aus in aller Herrgott’s Frühe.

Interessant bei der Buchung war übrigens die Tatsache, dass es wirklich schwierig wird in der Nebensaison zu buchen, da die deutschen Sommerferien der Bundesländer extrem auseinandergezogen werden. Während bspw. NRW jetzt bereits in den Ferien ist, haben die Leute in SH und Bayern noch bis Mitte September Ferien. Für den Verkehrsfluss auf dt. Straßen ist das freilich nur von Vorteil.

Prinzipiell sei aber gesagt, dass die Suche in vermeintlich sicheren Reiseländern wie zu erwarten schwerer und teuer war. Auf den üblichen Portalen wie Alltours, Ltur oder NUR sind Ziele wie Balearen, Kanaren oder Kreta verhältnismäßig preisintensiv, während Türkei, Ägypten oder Tunesien verramscht werden. Gut, überraschend ist das nicht, schließlich wir die dt. Reise Attitüde in diesem Sommer ja in den Nachrichten bereits durchs Dorf getrieben. Beruflich bekomme ich natürlich auch mit, dass heimische Ziele in diesem Jahr Rekord-Belegung erwarten. Bleibt abzuwarten, wo der Teutone hinfährt, wenn hier das erste Terrorziel auseinander fliegt, dieser Kelch wird nicht für immer an uns vorbeigehen.


Eine Reise nach Lappach / Lappago in Südtirol…

Keine Ahnung ob es heute immer noch so ist, aber früher hat man in den Sommerferien den Nachwuchs in einen Bus gepackt und ihn 3 Wochen mit Gleichaltrigen ins Nirgendwo geschickt. Was sich wie Kinderlandverschickung anhört, ist natürlich das Ferienlager.

Meiner-Einer war sage und schreibe zwischen 1992 und 1996 viermal im schönen italienischen Lappach oder auch Lappago:

Mit zunehmenden Alter wird man auch melancholischer und weiß die Annehmlichkeiten die diese 21 Tage Freiheit mit sich brachten erst richtig zu schätzen. Es war schon immer mein Plan, dorthin zurückzukehren um Erinnerungen aufzufrischen. Vergangenen Monat haben wir das dann realisiert, sind also 6 Tage zum Wandern nach Südtirol gefahren.

Lappago

Das Wetter war grauenvoll, außer am Anreisetag, hat sich die Sonne quasi überhaupt nicht gezeigt. Deswegen haben wir den Aufenthalt auch um 2 Tage gekürzt, um dann kurzerhand noch den väterlichen Geburtstag in Berlin zu feiern. Rein auf die Distanz gesehen, hat sich das nichts genommen. Überhaupt haben wir die Freiheiten eines Urlaubes mit dem eigenen Auto zum ersten Mal genießen können. Wir hatten unheimliches Glück und haben bei kumuliert 2.950km nicht einmal ernsthaft im Stau gestanden, weder in Deutschland, noch in Italien oder Österreich.

Die Pension war das Café Schneider. Eine urige Wirtschaft, die noch von der Familie betrieben wird und in der es authentisch, sauber und freundlich zuging. Selbst bei unserer verfrühten Abreise, hat man keinerlei Anstalten gemacht, uns voll zu berechnen. Preis-Leistung waren einfach unschlagbar.

Über den Ort Lappach selbst bleibt nicht viel zu sagen. Auf 1.500 Metern Höhe schläft man wie ein Stein, die Zeit scheint dort stehen geblieben zu sein. Ein paar Hundert Einwohner die irgendwie alle miteinander verschwägert sind, leben ausschließlich von der Landwirtschaft oder dem Tourismus. Das Tal ist dort auch zu Ende und wird durch eine Staumauer (der Neves Stausee) geschlossen. Es führt also wortwörtlich nur eine Straße ins Tal hinein, das war es dann auch. Für Bergtouren auf jeden Fall der ideale Ausgangspunkt.

Da wir außerhalb der Saison anreisten, gab es ein paar Nachteile. Teilweise hat uns Schnee in den Höhen noch den Weg versperrt und auch das Wetter war wie oben erwähnt eher halbgar. Hinzu kommt, dass wenn man nicht im Dorf speisen möchte, man tatsächlich bis Sand in Taufers fahren muss (ca. 25km) um ansprechende Gastronomie zu finden. Rein preislich war das natürlich paradiesisch, wir haben noch nie einen so günstigen Urlaub erlebt.

 

Gerne fahren wir noch einmal nach Lappach, dann aber im Sommer und wenn Felix größer ist, damit ich ihn nicht die Berge hochschleppen muss. Die dünne Luft hat das Laufen mit der Kraxe nämlich außerordentlich erschwert.


An die Mosel, genauer nach Löf…

Man sollte meinen, der Mensch hat mehr zu bieten, wenn ihm die Städtenamen ausgehen, als sich von nun an nur noch in Geräuschen zu artikulieren. Ob das stimmt sei dahin gestellt, doch bei Löf drängt sich einem der Gedanke schon auf, dass die Stadtväter keinen Bock auf  sinnvolle Benennung hatten. Hier sehen wir das beschauliche Plätzchen an der Mosel:

Da haben wir uns kurzerhand an diesem Wochenende mal für 2 Nächte eingemietet, sind ja nur 180 km von uns. In die Region selbst hat es mich noch nie verschlagen, eigentlich unverständlich bei meinem Hang zum guten Vino.

Leider hat der Kurze in den vergangenen Tagen eine Erkältung auskuriert, wir hoffen, dass er für die kleinen Reise wieder fit ist. Bei der U5 am vergangenen Mittwoch hat sich herausgestellt, dass er größer ist als 99% der Kinder in seinem Alter (7 Monate mit 78cm und 9,8kg). Auch seine Motorik entspricht der eines 10 Monate alten Babys. Der Doc hat aber schnell Entwarnung gegeben, alles sollte sich innerhalb des 2. Jahres einpendeln. Ansonsten alles tutto bene bis auf eine kleine Angelegenheit, die aber durch Hormone ausgeglichen werden kann.

Die Dinge liegen also summa summarum gut.


Erfahrungsbericht Germania Airlines Düsseldorf (DUS) > Kos (KGS)

Nach langer Pause in der so einiges geordnet wurde, ist es an der Zeit hier mal wieder etwas von sich zu geben. Der erste Trip im neuen Zuhause brachte uns auf die Insel Kos. Als Airline unserer Wahl, bestimmte Alltours Germania Airlines. Noch nie mit denen geflogen, waren wir gespannt wie die Nischen Airline sich präsentierte.

Der Check-in am Düsseldorfer Flughafen begann 2 Stunden vor dem Boarding. Wir hatten einen Kinderwagen dabei, der mit bis zum Flieger genommen werden darf. Dort übernimmt das Airport Personal das Gefährt, zurück bekommt man ihn auf dem Gepäckband am Zielort. Die Abarbeitung des Bodenpersonals (kein Airline Staff sondern Allrounder vom Flughafen) war durchschnittlich, keine Verfehlungen, keine besonderen Vorteile. Es sei jedoch angemerkt, dass Germania generell keine Mutter-Kind Reihen anbietet!

Die Boeing 737-700 machte einen guten Eindruck, war aber offensichtlich bereits betagt. Der Platz zwischen den Sitzen allerdings ist extrem beschränkt, so etwas habe ich bisher nicht mal in Asien gesehen. Beim Personal ging es ebenfalls sehr durchschnittlich zu, man war verbindlich aber freundlich. Die Ansagen des Kapitäns gingen leider mangels Lautsprecherqualität völlig unter. Rein vom Dialekt her würde ich aber sagen, es handelte sich um einen griechischen Piloten, was ja bei der Route irgendwo Sinn macht.

Zur Verpflegung gehört bei Germania ein Sandwich und alkoholfreie Getränke. Für ein Bier muss man bspw. 3 € berappen, anders als bei TUfly allerdings, sind die alkoholfreien Getränke unbeschränkt in der Menge. Wie auch immer, für einen knappen 3 Stunden Ritt völlig ausreichend, wenn man nicht darauf aus ist, sich während des Fluges vollends zuzulöten.

Der Gesamteindruck von Germania war eher positiv. Vor allem in puncto Sicherheit vermittelte die Substanz und das Personal eine subjektive Verlässlichkeit. Service und Platz sind natürlich genauso wie man es bei einem Billigflieger erwarten darf. Alles in allem würde ich sagen, auf innereuropäischer Kurzstrecke gerne wieder Germania!

P.S. zum ersten Mal überhaupt entschieden wir uns am Flughafen zu parken. Das war in DUS sehr bequem und vor allem mit Baby ein entscheidender Vorteil bei der Rückkehr in der Nacht. Im Langzeitparkhaus P5 was wir online buchten, zahlten wir für 8 Tage 73 €. Gebucht haben wir hier.


Bye Bye China

Shadows

Bezeichnet man jemanden der 8 Jahre in einem anderen Land lebte als Reisenden, Expat oder Auswanderer? Ich bin nicht sicher, aber wahrscheinlich ist es ohnehin nur Wortklauberei.

Im Dezember 2006 machte ich mich allein auf nach China, kein Geld in der Tasche, in Deutschland alles verkauft, aber einen Arbeitsvertrag für 2 Jahre im Gepäck. Im Januar 2015 bin ich verheiratet und meine Frau erwartet unser erstes Kind. Im Inneren die Sicherheit, das am Status Quo etwas geändert werden soll, also machten wir uns im Dezember auf, innerhalb eines Monats in Deutschland die Weichen für etwas neues zu stellen.

Jetzt, 3 Tage später haben wir Oneway Tickets hier bei uns und auch eine Arbeitsvertrag ist wieder unterschrieben. Dieses mal allerdings in Deutschland, dieses mal unbefristet, dieses Mal etwas ganz neues. Nach einem Monat Deutschland mit der Gewissheit hier in China alle Segel zu streichen, erscheint einem alles was hier zum Nachteil ist noch intensiver. Dreck erscheint dreckiger, Lärm erscheint lauter und Menschenmassen erscheinen noch quirliger. Wir zählen die Tage bis zum Abflug.

Viele Dinge müssen wir noch erledigen. Zum einen ist da die Verschiffung unserer wenigen Habseligkeiten. Wenn man 8 Jahre immer mit der Gewissheit lebt wieder zu gehen, dann hält man sich mit Anschaffungen zurück. Positiv dabei ist, das in China Apartments stets möbliert vermietet werden. Die drei angefragten Umzugsfirmen haben unsere Besitztümer auf 4qm bemessen, eine Menge die mit 1,200 Euro zu Buche schlagen wird.

Neben banalen Gegenständen gibt es auch noch eine Katze zu versorgen. Am Heiligabend 2008 als Baby auf einer Hauptverkehrsstraße aufgelesen, haben wir unseren Kater über Jahre gepflegt. Einmal wurde er schon als tot befunden, doch wir haben ihn wieder aufgepäppelt. Die Tortur der Quarantäne und Verschiffung wollen wir ihm ersparen, also haben wir ein neues Heim für ihn gesucht. Am kommenden Wochenende heißt es dann Abschied nehmen.

Doch was ist schon der Abschied von einer Katze, wenn man seiner hochschwangeren Frau für einen Monat „auf Wiedersehen“ sagen muss? Um einen guten Start in Deutschland zu garantieren, sind viele Vorbereitungen von Nöten, weshalb ich einen Monat vorher durchstarten werde. Wohnung, Auto, Einrichtung, alles muss neu angeschafft werden. Hinzu kommt die Unsicherheit, dass das Nachzugsvisa nicht rechtzeitig kommt oder unser Felix den Drang hat den mütterlichen Schoss früher als geplant zu verlassen. Doch wir sind positiv, was bleibt uns anderes übrig.

Was bleibt von China? Die Erkenntnis, eine lehrreiche Zeit gehabt zu haben, die mir viel gebracht hat, privat als auch beruflich. Allerdings auch eine pessimistische Perspektive, denn im Prinzip tut mir dieses kalte und bereits über Längen zerstörte Land leid. Für den Preis des Wachstums wird alles über Bord geschmissen, auf Kosten der zukünftigen Generation. Es ist gut das wir gehen, die Einbußen bei der Lebensqualität stehen in keinem Verhältnis zu den wenigen Vorteilen die man hier hat. Schade ist es selbstverständlich auch um die Freunde und die Familie die Zurück bleiben. Viele sind über die Jahre gekommen bzw. gegangen, nur wenig waren so lange hier wie wir. So haben wir überall in Deutschland Bekannte, die mit uns die gleiche Erfahrung teilen. Wie man so schön sagt, wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, doch das lachende ist bedeutend größer. Selbstverständlich hoffen wir, das am Ende alles gut für China ausgeht, nicht zuletzt um den Willen unserer Lieben hier. Uns sieht dieses Land allerdings nur noch als Touristen wieder, aber dann auch nur wenn es sein muss.

Was schreibe ich dann noch hier? Zunächst einmal über die Qualen der Rückkehr, dann sehen wir weiter. Vielleicht gibt die Distanz zu China die Möglichkeit zu neuen Blickwinkeln? Vor allem beim Umgang in Deutschland mit diesem Land. Wir werden sehen, man ist noch jung, man ist noch voll Energie, wenn nicht jetzt, wann dann?


Erfahrungsbericht China Eastern – FRA > PVG

Man kann über MU sagen was man will, Langstrecke haben sie mich bisher nicht enttäuscht. Günstige Preise, nagelneue Maschinen und glaubt es oder nicht, pünktlich. Wir sind mal wieder geflogen:

Nachtflug 0:10 Uhr, Shanghai > Frankfurt mit A 330

Tagflug 13:35 Uhr, Frankfurt > Shanghai mit A 330

Ueber den Hinflug kann ich wenig sagen, außer dass das Essen grauenvoll war. Den Rest der Zeit habe ich überraschenderweise geschlafen. Pünktlich war die Maschine, ich teilte mir eine 2er Reihe mit meiner Frau, kein Grund zur Beanstandung.MU Lunch

Der Rückflug war eindrucksvoller, da wir kein Auge zu machen konnten. Das lag aber weniger am Platz oder Lärm, sondern vielmehr am persönlichen Unvermögen. Beim pünktlichen Check-in hat man meine hochschwangere Frau bevorzugt behandelt. Auf Anfrage bekamen wir die erste Reihe und das sogar allein. Beim boarden stellten wir fest, dass sogar in der 2, Reihe niemand saß. Nach kurzer Rücksprache mit der Stewardess, hat meine Frau die gesamte 2. Reihe (4. Sitze) bekommen. Das bietet sich deshalb an, weil in der ersten Reihe aufgrund der nicht hochklappbaren Armlehen ein hinlegen nicht möglich ist. So bekam ich die gesamte erste Reihe, was bei einer Flugauslastung bei ca. 25% aber nicht weiter verwunderlich war.

Der Service des Personals war ausgezeichnet. Ein Blick auf den Flieger sagte sogar, das dieser noch neuer war als der beim Hinflug, wie direkt aus der Fabrik! Auch das neue MU Logo war präsent. Während des Fluges gab es das übliche Programm, 2 x Essen, 4 x Getränke, mehr auf Anfrage.

MU Cabin

Bei den Sitzen scheiden sich die Geister. An guten Tagen kann ich das als 1.87m Mann in der Eco gut ertragen, an schlechten will ich am liebsten unterwegs aussteigen. Die Personal Entertainment Bildschirme sind groß wie bspw. bei den Emirates, bieten gute (englische) Unterhaltung und reichen für 12 Stunden völlig aus.

Ich denke, wir hatten Glück mit der raren Auslastung. Der Eindruck den wir von diesem Flug haben, war durchweg positiv, lässt man das traditionell schlechte Essen einmal vor. Bei positiven und negativen Aspekten würde ich sagen:

+ neue Maschinen

+ junges, freundliches Personal

+ gutes Entertainment

+ Preis & Gepäck (2 x 23kg pro Person)

– Essen

– Entertainment nur nach Beendigung der Steigphase & bis Sinkflug

– Ansagen des Personals sehr undeutlich, keine Kapitänsvorstellung

MU 1st row


Die Deutschland Tour 2014/15

Der Titel ist ein wenig dramatisch, eigentlich müßte er heißen die Mitteldeutschland Tour, denn Küste und Berge sparen wir diesmal aus. In 3 Tagen geht es für einen Monat in die Heimat und das Programm ist pickpacke voll! Hier die Anlaufstationen:

D-Trip

Trotzdem wird einiges Neues auf uns warten. Zum allerersten Mal werden wir den Zug ausgiebig nutzen. Soweit haben wir bereits 2 Tickets gebucht, ein weiteres soll noch folgen. Manch einer munkelt, das während der Feiertage es ein wenig stressen könnte denn die die gleiche Idee hat der ein oder andere Deutsche auch. Angesichts meiner Historie in einem der bevölkerungsreichsten Städte der Welt, läßt mich das kalt. Außerdem habe ich Sitze reserviert. Allein vom Preis her kann der Mietwagen  inkl. Benzin jedenfalls nicht mithalten, sogar bei 2 Personen.

Hinzu kommt noch die Weichenstellung für zukünftige Aktionen sowie Wohnorte. Bisher läuft die Evaluierung ganz gut, 8 Jahre als Humankapital vom heimischen Markt weg sein hat wohl doch nicht ganz so schlimme Auswirkungen, zumindest in der Theorie. Genaueres werden wir vor Weihnachten wissen. Neben diesem Detail werden wir auch noch ein heimisches Hospital aufsuchen um eine Diagnose zu stellen. Bin einmal gespannt, wie die Reaktion ausfällt wenn wir bar zahlen wollen. Im Land der Überversicherung kommt dies sicher nicht häufig vor.

Wir freuen uns auf gute Luft, gutes Essen und natürlich die Familie zu Weihnachten!


Keine gute Woche zum Fliegen

Bei den Nachrichten der vergangenen 7 Tage kann einem schon der Spaß (sofern man den dabei hat) am Fliegen vergehen.

Angefangen hat es natürlich mit der MH17 über der Ukraine mit 298 Toten, gefolgt von dem TransAsia Crash in Taiwan mit 48 Toten und nun noch Swift Air/Air Algerie mit um die 116 Toten in Mali. Jemand der nicht unbedingt zum Fanclub des fliegenden Gewerbes gehört – also so jemand wie ich – der macht sich da schon seine Gedanken. Aber ist das nicht eigentlich eine zwangsläufige Entwicklung? Mehr und mehr Flugverkehr, mit Passagieren als auch Fracht? Muss da nicht auch die Unfallrate steigen, trotz weiter entwickelter Technik? Kann man als Außenstehender wohl schwer beurteilen.

TransAsia Crash Site

 Während wir bei MH17 wohl von menschlichem Versagen am Boden ausgehen können, hat es die Maschine in Taiwan sehr wahrscheinlich beim Landeanflug aufgrund eines Taifuns ausgehebelt. Auch die Maschine in Mali ist u.U. in ein Unwetter geraten, denn es hieß, es seien starke Gewitter in der Region gemeldet worden. Das erinnert mich an unseren Taifun Flug nach Langkawi/Malaysia, unschöne Geschichte.


Das war Sri Lanka pt. 3

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Nun zur letzten Station unserer Reise, Rekawa Beach im Süden Sri Lankas, 20 km östlich von Tangalle. Zugegeben, als wir die „Zufahrt“ (Buckelpisten Feldweg im Nirgendwo) zum Hotel Sanjis Seaside Cabanas entlang fuhren hat uns beinahe der Schlag getroffen, selbst der Fahrer hat uns kritisch gefragt „Habt ihr schon bezahlt?“ Einmal aber das Tor durchschritten, waren wir plötzlich wieder in der Zivilisation. Das Hotel – oder besser das Hostel – ist traumhaft gelegen, am einsamsten Strand den wir je sahen. Circa 4 km lang gibt es am Rekawa Beach außer 3 kleinen Hostels und einer kleinen Fischerbucht nichts außer Palmen, Strand und ein paar Wasserbüffel. Ungelogen gab es einen Tag, an dem wir für 6 Stunden am Strand lagen und gerade einmal 3 Personen sahen.

Die Zimmer waren äußerst angenehm. Alles offen und wenn Glas, dann großflächig, Dusche im freien und auf das einfachste beschränkt. Kein TV, keine AC, kein Kühlschrank, kein Telefon, lediglich Internet ist vorhanden. Für uns war das ja nicht das erste Mal, dass wir absichtlich solcherlei Entbehrungen gewählt haben, in Vietnam und Kambodscha haben wir unsere Hotelwahl ebenfalls danach getroffen. Was uns also bevorstand, waren 8 Tage Entspannung pur in einer Umgebung frei von Reizen die uns sonst Zeit kosten. Selbstverständlich muss man bei solch einem asketischen Lebensstil mit sich selbst und seinem Partner im Reinen sein, ansonsten kann das böse enden. Internet, Bücher, Kartenspiele und Spaziergänge haben dafür gesorgt, dass wir uns nicht an die Kehle gesprungen sind; Mission erfüllt.

Die Tage plätscherten so vor sich hin. Außer uns war noch ein Hong Kong/Frankreich Pärchen da, mit denen wir uns aber nicht weiter befasst haben. Frühstück und Abendessen wurden stets am Strand serviert(HP gebucht, da im Umkreis nichts ist), das Wetter spielte bis auf einen Tag stets mit. Das Personal war wieder klasse, wenn auch extrem langsam. Standardspruch: 5 minutes! Aber es ist ja nicht so, dass ich erst seit gestern in Asien bin… Eine Alkohollizenz hat das schöne Haus leider nicht inne, somit gab es auch keine Bar oder ähnliches, nur Bier und auf Bestellung Wein. Das nächste Dorf war 15 Minuten mit dem Tuktuk entfernt, somit war man der Entsagung ausgeliefert. Das es für mich 8 Tage kein Fleisch gab will ich gar nicht erst erwähnen, Seafood, Fisch und mal ein Hühnchen, das war alles. Ein Freund hat die Behauptung aufgestellt, ich wäre auf einem Entgiftungsurlaub; wenn auch ungewollt.

Schwimmen kann man dort übrigens nicht. Die Wellen und Strömung machen es unmöglich tiefer als bis zur Hüfte ins Wasser zu gehen, alles andere wäre Suizid. So wundert es nicht, dass an diesem Strand so ein oder zwei Touris pro Jahr über den Jordan gehen. Apropos, der Besitzer erzählte mir von der Tsunami Welle an dieser Stelle 2004, die um die 9 Meter hoch war. Es gab wohl viele Opfer dort, weil die Anwohner so etwas nicht kannten. Das endete mit Fischern die ins Meer gingen als das Wasser sich zurückzog, um die Fische einzusammeln oder neues Land abzustecken. Das diese Leute keine Chance hatten sollte klar sein. Jetzt gibt es ein Frühwarnsystem das zweimal im Jahr ausprobiert wird.

Beeindruckend war auch die Fauna dort. Wir haben gesehen: Affen, Krebse, Büffel, wilde Hunde, Riesenwarane (2 Meter!), Arbeitselefanten, Riesenschildkröten, geschätzte 1 Trillion Vögel. Man war sprichwörtlich mitten in der Natur, wobei wir allerdings hoffen, dass dieser Zustand in Rekawa noch lange anhalten wird. An einem Nachmittag rief mich einer der Hotelboys aufgeregt zum Strand, man könne Delfine sehen. Leider war mir das vergönnt, sie zeigten sich nicht mehr.

Der Transfer zum Flughafen Colombo sollte wieder von unserem ersten Fahrer erledigt werden. Ich bestellte ihn für 7 Uhr morgens, obwohl der Flug erst 14:05 Uhr ging, doch die Distanz von 230km ist in Sri Lanka zeitmässig nicht zu unterschätzen. Da kam er schon am Vorabend und übernachtete in einer hoteleigenen Unterbringung für solcherlei Gelegenheiten. Viel geholfen hat das scheinbar nicht, denn unterwegs ist er einmal auf dem Highway eingepennt. Wir waren aber freundlich genug, den Hotel Manager mit zu nehmen, der auch nach Colombo musste. Die Fahrt an sich zog sich tatsächlich 5 Stunden hin, trotz neuem Nord/Süd Highway. Am Airport angekommen gleich Check-in, Duty Free Wein und Schokolade, ab zum Flieger. Der war diesmal ein wenig neuer, mit einem A340-200. Noch besser war, dass meine Frage nach Notausgangssitz berücksichtigt wurde, somit wurden es entspannte 6 Stunden 50 Minuten; dachte ich. Die erste Hälfte des Fluges war brutal. Gleich nach dem Start bis zum Golf von Bengalen hat es das Drecksflugzeug nur rumgeschüttelt, das zeitweise der Service eingestellt wurde und mir ein Glas Rotwein aus der Hand geschlagen wurde. Ab Thailand ging es dann wieder wie auf Schienen, verrückt.

In Shanghai war es erwartungsgemäß schwer Freitagnacht ein Taxi am Flughafen zu bekommen. 45 Minuten Schlange stehen war angebracht, bis wir einen üblichen Jinjiang Grumpy Driver bekamen. Zu Hause noch bis 3 Uhr morgens auspacken und Wäsche waschen, ab in die Heia. Das war Sri Lanka 2014.