Monatsarchiv: Juli 2013

Rezension – Tomb Raider (2013)

Cover

Als ich 1997 das erste Mal Tomb Raider in die PS1 einlegte, war ich fasziniert von den (nicht ganz so runden) Rundungen Lara Crofts. Aufgrund dieses Spiels, sollte sich ein Merchandising entwickeln, dass über Jahre hinweg Action Adventure dominierte; mit Filmen, Spielen, Comics und pipapo.

Im Jahr 2012 aber hatte sich die Serie selbst überlebt. Sexbomben gab es in Spielen mittlerweile zu genüge und auch die Mechanik als solche wurde mittlerweile breit gefächert angewendet. Die Mischung zwischen Sex-sells und Adventure war Mainstream mit dem man niemanden mehr hinter dem Ofen vorlocken konnte. Was macht also Eidos? Eine Kehrtwendung! Lara sollte von nun an als Frau ernst genommen werden, also erschuf man Lara Croft in Tomb Raider 2013.

Wir erwachen auf einem Schiff. Es wackelt, Wellen schlagen gegen die Außenwände und etwas scheint nicht zu stimmen. Lara verlässt ihre Kajüte um nach dem Rechten zu sehen, doch es ist zu spät, das Schiff havariert. Sie erwacht am Strand einer fremden Insel und muss feststellen, dass sie leicht verletzt als auch mutterseelenallein ist. Also macht sie sich auf die Insel zu erkunden um Hilfe zu finden.

Lara beweget sich hierbei – trotz Verletzung – sehr leichtfüßig. Die Steuerung der Figur ist einfach, sodass das Erklimmen von Klippen oder das Bedienen des Bogens schlichtweg Spaß macht. Das Klettern als solches scheint ein wenig anspruchsvoller als bspw. beim Benchmark Unchartered in dem man wirklich bekloppt sein muss um überhaupt abzustürzen. Lara fällt das klettern ein wenig schwerer, noch gefördert durch QTE an markanten Stellen. Auch kann man nicht immer auf Teufel komm raus losklettern, sondern muss manches Mal Dinge vorbereiten damit man das Ziel erreicht. Dieses etwas anspruchsvollere Klettern macht allerdings auch mehr Spaß und hebt den Anspruchsgrad – etwas was wir an anderen Stellen des Spiels noch vermissen werden,

Unsere Umwelt ist sehr detailliert, wenn auch dunkel. Was die Grafik angeht, so kann man nicht viele ebenbürtige Spiele nennen was Detailreichtum, Weitsicht und Flüssigkeit angeht. Schatten, Feuerschimmer oder Windreaktion sind ausgezeichnet umgesetzt worden.

Beim Punkt Feuer haben sich die Entwickler mal so richtig ausgelassen. Sei es zwecks Licht oder um Passagen zu öffnen, ohne Fackel läuft in diesem Spiel nichts.

Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass unsere Freunde vom Schiff noch leben, doch mit der Insel als solche etwas nicht stimmt. Wir teilen uns also auf um herauszufinden, wo der Zusammenhang zwischen der japanischen Besetzung im 2. WK und einem merkwürdigen neuzeitlichen Kult liegt. Lange dauert es nicht und wir begegnen den ersten finsteren gesellen die uns ans Leder wollen. Frisch geübt im Bogenschießen (das Spiel führt hervorragend gut in die Fähigkeiten ein), ist es uns möglich so ziemlich alle im Schleichmodus zu eliminieren. Zu einem späteren Zeitpunkt erhalten wir neben dem Bogen noch Pistole, Schrotgewehr und Sturmgewehr. Alles ist ausbaubar und RPG-mäßig mit weiteren Skills zu versehen. Da die Gegner (inkl. Tiere) sukzessive stärker werden, ist ein angemessenes Ausbauen angebracht. Erwähnt sei, dass der Schwierigkeitsgrad jederzeit justiert werden kann, auf Trophäen wirkt sich dieser ohnehin nicht aus. Während am Beginn des Spiels die Gegnerhorden noch relativ einfach zu bewältigen sind, wird es gegen Ende schon ein wenig schwerer, sodass eine Taktik angebracht ist.
Tomb Raider Junkies werden selbstverständlich auf eine ordentliche Portion Rätsel bauen. Nun, hier wird die erste Enttäuschung warten. Das Niveau der Rätsel liegt so ungefähr bei der 6. Klasse Hauptschule. Zu allem Überfluss, hat man noch eine Hilfetaste die einem mittels Lichtschein unterstützt. Nun, hier hat man augenscheinlich dem Trend zum Casual Game genüge getan. Die zahlenmäßig sehr überschaubaren Grabstätten mit Rätseln sind hübsch inszeniert, doch fesseln nur kurz.
Neben diesen Rätseln kann man sich die Zeit auch noch anderweitig vertreiben. Es gilt GPS Caches zu finden, Aufzeichnungen von verschiedenen Personen und Artefakte. Der Sammelwut ist da kaum ein Ende gesetzt, aber wird sie wieder vereinfacht, denn man findet überall eine Karte mit Fundorten. Hat man das erledigt, kann man diverse Tiere für EXP jagen oder einfach die Umgebung genießen, denn die ist es definitiv wert. Alles in allem gehen so zwischen 10 und 20 Stunden drauf, je nachdem wie detailliert man spielt.

In den üblichen Sparten heißt das:

Sound: die englische Stimme von Lara ist klasse und so sind es auch die restlichen Protagonisten. Die Musik ist passend, gut abgestimmt und richtet sich nach den momentanen Geschehnissen. Allein die Schusswaffen klingen irgendwie wie aus der Konserve. Ich würde ihm ein 7/10 geben

Grafik: wie oben erwähnt, es ist ein echter Hingucker. Überraschend ist bei so viel Detailreichtum die kurze Ladezeit. Allein der MP Modus scheint mir ein wenig abgespeckt, doch das kann täuschen. Von mir ein 9/10.

Spielzeit: als Jäger und Sammler hat es mich 18 Stunden meines Lebens gekostet um den Einzelspielermodus bei 49% Trophäen und 96% Fortschritt abzuschließen. Wer darauf besteht kommt bestimmt über 20 Stunden und der MP sorgt für ein paar weitere Stunden Spaß. Trophäen Jäger werden um den MP Nicht herum kommen, denn ein beträchtlicher Teil muss online verdient werden. Bei mir bekommt es 8/10.

Spaß: hier wird es knackig, denn das ist Laras Vorteil. Bedingt durch einfache Steuerung und schöne Umwelt, macht es einfach Spaß die Insel zu erkunden. Die Geschichte tut ihr übriges um ein unvergessliches Spielerlebnis zu garantieren. Dafür das Tomb Raider bei mir nur als Sekundärkauf gehandelt wurde, habe ich einen Heidenspass damit gehabt; daher 9/10

Als negativ möchte ich noch anmerken, dass man nach der Schnellreise in menschenleere Gebiete transferiert (weil ja bereits abgeschlossen). Eine paar wiederbelebte Gegner wären zur Abwechslung nett gewesen, so ist es wie Urlaub in der Lueneburger Heide.

Ich persönlich empfinde Lara immer noch als Sexikone, selbst wenn sie knöcheltief in Blut watet. Was sich geändert hat, ist das sie jetzt erwachsener oder meinetwegen seriöser ist. Eines sollte man nämlich beherzigen: es ist kein Kinderspiel mehr und an mancher Stelle doch schon recht brutal. Meiner Meinung nach ist es Eidos als einer der wenigen gelungen, eine alte Reihe neu zu beleben. Resident Evil oder Final Fantasy könnten sich daran mal ein Vorbild nehmen.

MP Ergänzung:

Mangels Ersatz, schlage ich mich seit 2 Tagen im Tomb Raider MP herum. Da gibt es schon einige Schnitzer die ich gerne erwähnen würde. Das Gute zuerst, da herrscht eine Mordsverkehr und das Auffinden von Matches ist eine Sache von Sekunden. Das ist wohl letztendlich auch der Verbindung zu den Trophäen geschuldet. Es gibt 4 Versionen: Deathmatch (typisch), Cry for Help (Sammelaktion), Transmission (Arealverteidigung) und Everybody hates everybody (jeder gegen jeden). Transmission gefällt mir ganz gut dabei. Das Level- & Aufbausystem funktioniert im wesentlichen wie beim SP.

2 Kritikpunkte:

1. Es gibt einen Überbogen und eine Minigun in jedem Level. Einmal gefunden, radierst du alle aus. So ein Blödsinn…
2. Die Levelangleichung geht gleich mal gar nicht. Wenn ich mit meinem suessen Lv. 8 einsteige und sich da Leute in den ’50 und 60′ Bereichen herumtreiben, sehe ich echt alt aus. Kann natürlich auch an meinen Noob Vermögen liegen…

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Shanghai: French Concession unerwünscht

Neben ekligen Unfällen beschäftigt noch ein anderes Thema die Leute in China, speziell Shanghai. Das hier ist die ehemalige französische Konzession während der Kolonialzeit:

Shanghai Map

Diese Zeit der Fremdherrschaft durch den ausländischen Teufel wird hier nicht gerne gesehen. Zwar brachten die Europäer auch viel Moderne mit sich, doch die negativen Aspekte der feudalen Lebensweise hängen ihnen mehr nach.

Ein neue Mall bzw. ein neuer Compound hat jetzt auf großen Werbetafeln damit geworben, wie schön es sich in der French Concession (ohne former) leben lässt. Das hat bei Nachbarn zu Unmut geführt, die sich in ihrer patriotischen Seele (O-Ton) verletzt fühlen. Also wurde die Immobilienfirma zur Abnahme gezwungen und verklagt; wegen unlauteren Wettbewerb. Der ganz Artikel hier in Englisch: Shanghai Daily

Ich sehe das ein wenig zwiespältig. Einerseits geht mir dieses patriotische Geschwurbel mancher Einheimischen ziemlich auf die Nerven, andererseits sehe ich auch ein, dass man markante Punkte dieser Zeit nicht unbedingt hochhalten sollte. Bei uns gibt es schließlich auch keine Stalinallee mehr und ich bezweifle, dass jemand die wieder haben will (außer die DKP und ein paar grenzdebile Randerscheinungen bei der Linken vielleicht).

Einen ähnlichen Fall gab es vor gar nicht so langer Zeit, als ein Restaurant mit gleichem Slogan Werbung machte. Im Sprachgebrauch jedenfalls, ist der Ausdruck vor allem bei Ausländern noch ständig präsent.


Neuigkeiten aus China

Schlimme schlimme Sachen geschehen im tollsten Land der Welt mit der ältesten Kultur der Menschheit. Die Frage ist, starten wir mit dem dümmsten, dem tragischsten oder dem überraschten? Fange wir mal mit dem dümmsten an:

Installation

Bei diesem Bild handelt es sich nicht um eine künstlerische Installation die unsere moderne Welt versinnbildlicht, sondern um eine Szene nach einem Unfall in Chongqing. 3 Jugendliche starben und 6 wurden verletzt, als sie mit ihren 2 (!) Motorrädern sich gegenseitig jagten. Für die Matheschwachen bedeutet das: ein Motorrad hatte 4 und eines 5 Passagiere. Was liegt da näher als Fangen spielen bei 100 km/h? Da fehlen einem die Worte.

Ohne humane Ausfälle (obwohl schwer zu glauben) lief dieses Feuer in einem Carrefour in Beijing ab:

Zu guter Letzt dann auch noch tragisches. Ebenfalls in Beijing hat es eine Bäckerei zerrissen, bei der 2 Menschen starben und etliche verletzt wurden. Man geht von der üblichen Ursache bei solchen Unfällen aus: Staubexplosion. Eindrücke:

Würde ja gerne nach so vielen schlechten Meldungen noch etwas schönes oder erfreuliches Schreiben, gibt aber irgendwie nix….


Olympus has fallen

Cover

Cover

Na das war ja mal was. Nordkoreaner fallen in Washington DC ein und hauen das weiße Haus in Klump. Im Prinzip hat sich der Streifen ganz gut angelassen. Es war mal was Neues, dass ein US Flying Fortress über dem eigenen Festland beginnt Passanten mit den Miniguns auszuschalten, ganz zu schweigen vom Abschuss mehrere Jäger über dem Stadtgebiet. Als dann das unvermeidliche Ende des Fliegers eingeläutet wurde und dabei noch ein US Wahrzeichen einriss, hat der Film glatt mein Herz gewonnen.

Doch leider war damit bereits der Zenit erreicht, nach 25 Minuten von insgesamt 110. Es folgte noch eine etwas halbherzige Erstürmung des weißen Hauses bevor es in den Keller ging, wo man den US Präsidenten als Geisel nimmt. Der Rest des Filmes spielt nachts im weißen Haus.

Schön fand ich neben der grotesken aber neuen Attacke auf die USA den unverbrauchten Typus des Terroristen als Nordkoreaner. Das hat was, vor allem der Darsteller des Chefs. Das dieser Film von US amerikanischen Patriotengeschwurbel nur so trieft, brauche ich denke ich mal nicht zu erwähnen. Allerdings gehen die Nordkoreaener so ungeniert zur Sache, dass die Staaten unbeabsichtigt ganz schon unterbemittelt dastehen. Sehen wir mal von dem boxenden Chef und Free Fight Spezialisten als Präsidenten ab.

Wer auf eine reflektierende Story baut braucht sich diesen Film gar nicht antun, wer aber mal etwas Neues im Action Genre sehen will, der wird bei der ersten halben Stunde seine Freude haben, bevor der Streifen in der Belanglosigkeit abdriftet.


Neuigkeiten aus China

China macht es einem im Moment nicht unbedingt einfach es zu mögen. Neben dem vorhergehenden Unfall mit Todesfolge, überschlagen sich die negativen Geschehnisse hier, die das gesamte Land in keinem guten Licht erscheinen lassen:

1. In Beijing wurden 2 Menschen auf offener Straße erstochen, einer davon ein Ausländer.

Tatort

Hintergrund ist bisher unklar, die Ballastexistenz soll aber geistig verwirrt gewesen sein und wurde festgesetzt. Der Artikel hier!

2. In Hunan haben Chengguan (Ordnungsamt im weitesten Sinne) einen Melonenhändler tot geprügelt. Hierzu muss man wissen, dass so etwas ein paar Mal im Jahr vorkommt, denn diese Jungs sind berühmt dafür ihre „Macht“ zu missbrauchen und aus bildungsfernen Schichten rekrutiert zu werden.

Ansammlung

Die Hauptaufgabe von denen besteht darin, Straßenhändler zu kontrollieren. Gerne lässt man sich dabei schmieren oder wird handgreiflich, denn die treten auch stets im Rudel auf. In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren Todesfällen, sodass häufig auch mal zurückgeschlagen wird. Wie gesagt, die Jungs sind ungefähr so beliebt wie eine Darmspiegelung.

3. Tja, und dann haben wir noch den Kollegen hier:

Yi Yanyou

Der Typ ist Professor an der Tsinghua Universität und vertritt die Meinung, dass die Vergewaltigung einer Bar Hostess nicht so schlimm ist wie die einer „normalen“ Frau.

Thema hierbei ist die Gruppenvergewaltigung durch den Sohn eines berühmten Militärsängers die zur Zeit durch die Medien geistert. Der Schweinepriester hat nämlich bei seiner Verhaftung auf seinen Vater aufmerksam gemacht und hoffte dadurch, sich den Behörden zu entziehen (eine Art Guanxi das hier an der Tagesordnung ist). Von weiterer Arroganz ganz zu schweigen. Vielleicht sollte man den jungen Herren auch mal zwangs-kopulieren, denn die Vergewaltigung von solchen Arschloechern wiegt schließlich weniger als die von netten Menschen.

Der Artikel hier!

Irgendwie alles nicht so toll hier im Moment….


Erste Hilfe in China – Nachtrag

Just am gestrigen Abend, kollabierte eine Frau (57) in Shanghai auf offener Straße, nachdem sie zusammen mit ihrem Ehemann von einem Auto angefahren wurde. Sie lag direkt auf der Grenze zwischen zwei Stadtteilen, so dass nach einem Anruf bei der Ambulanz sich die beiden Dienste nicht darauf einigen konnten, wer dafür verantwortlich ist. Ein Polizist befahl schließlich einem Dienst zu kommen, doch das war es bereits zu spät, die Frau war tot.

Der Artikel bei Shanghai Daily

Es bleibt wie es ist, in einem Land mit 1,5 Mrd Menschen zählt der einzelne nichts; auch in der s.g. Vorzeigestadt Shanghai.


Shenzhen führt „Erste Hilfe Gesetz“ ein

Zugunglück

Wer in Deutschland an einem Verletzten vorbeigeht ohne Hilfe zu leisten, der kann u.U. mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung rechnen. In China, gibt es so ein Gesetz nicht.  Wer in China einen Unfall hat, kann froh sein, wenn ein Umstehender für einen Moment stoppt Fotos mit seinem Handy zu schießen um die Ambulanz zu rufen. In der Regel liegt man dann da, bis diese irgendwann eintrifft (mit viel Glück).

China ist berühmt berüchtigt für seinen egoistischen Umgang mit Mitmenschen. Lässt sich dann doch mal jemand herab zu helfen, wird er unter Umständen noch verklagt. Es gab da den Präzedenzfall der Großmutter die ihren Helfer verklagte und behauptetet, er hätte sie gestoßen anstatt zu helfen. Dieser ging dann für 3 Monate in den Knast bevor mit einem Video das Gegenteil bewiesen werden konnte.
Erste kuerzlich ging ein Fall durch die Medien, bei dem ein Retter auf 500K Yuan verklagt wurde. Dieser junge Mann wollte 3 Kinder aus einem See vor dem Ertrinken retten, es klappte aber nur bei 2. Die Eltern des 3. Kindes verklagten den Mann….

Nun, Shenzhen hat jetzt als erste Stadt Chinas ueberhaupt eine Gesetz zum Schutze solcher Menschen erlassen. Das s.g. „Good Samritan Law“ verhindert, dass bei missglückten Rettungsaktionen die Retter verklagt werden können und gewährleistet auch in weiteren speziellen Fällen mehr Beistand. Wegen unterlassener Hilfeleistung kann man immer noch nicht belangt werden, aber immerhin ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Für Reisende sei  noch mal erwähnt: bei einem Unfall in China wird einem in der Regel nicht geholfen, auch wenn man blutend auf der Hauptverkehrsstraße liegt! Es gilt sich entsprechend darauf einzustellen.


Blaine Harden – Flucht aus Lager 14

Der Umschlag…

 

Ausnahmeweise geht es mal nicht um den 2. Weltkrieg, sondern um Shinh. Shin ist es gelungen – als einer der Wenigen –  aus einem nordkoreanischen Internierungslager zu entfliehen. Das Buch „Flucht aus Lager 14“ beschreibt hierbei den Alltag im Lager, wie es zur Flucht kam und was er heutzutage treibt.

Nun, mit drastischen Beschreibungen von Gräueln wird in dem Wälzer nicht gespart. Manch ausgeschmückte Foltermethode lässt das KZ Dachau wie eine Kuranstalt erscheinen. So fragt man sich haeufig, wie solcherlei Zustände heutzutage ueberhaupt noch möglich sind und vor allem in meinem Fall, in einem Land an meiner derzeitigen Grenze, 600 km entfernt. Von eitrigen Brandwunden durch Folter auf Rücken von14-jaehrigen ist da die Rede, von Hinrichtungen der Mutter vor den Augen der Kinder, von mutwilligen Amputationen ohne Narkose und Vergewaltigungen als Teil des Alltags. Bei manchen Details muss man dann kurz innehalten. Da stellt sich nämlich die Frage, kann das alles wirklich sein oder hat man da etwas ausgeschmückt um den Schockeffekt etwas auszubauen? Zu grausam sind die Details, als das sie wahr sein können. Wer sich aber eingehend mit menschlichen Charakterzügen auseinandergesetzt hat, der kommt zu dem Schluss, ein „zu grausam“ gibt es nicht, wir sind zu allem fähig.  Daher liegt es nahe, dass all diese Gräuel in der Tat so geschehen sind und heute auch noch so geschehen. In einem Land, das ich in 2 Stunden erreichen kann. In einem Land im Jahr 2013.

Nebenbei werden auch noch ganz grundsätzliche Dinge über das Land offenbart. Als beispielsweise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kunstdüngerlieferungen ausblieben und eine Aufruf an die Bevölkerung erfolgte, dass zukünftig sämtliche Exkremente gesammelt werden müssen um sie als Dünger zu verwenden. Oder die desolate Stromversorgung, die ebenfalls mit Öl aus der SU gewährleistet wurde, doch dann zum erliegen kam. Interessant sind auch die Erläuterungen zum Kastensystem in Nordkorea.

Persönlich stellt sich mir die Frage, darf man in so ein Land als Tourist reisen? Wir selbst hatten das ja mal ins Auge gefasst und diverse Bekannten haben das bereits hinter ich (und sind begeistert). Nun, ohne den zeitweiligen Tourismus würde natürlich auch eine Quelle an Informationen versiegen, aber auch eine  wichtige Quelle an Devisen für die herrschende Elite.

Ein Buch das ich jedem empfehlen kann, wenn es auch garantiert keinen Spaß macht es zu lesen.


Neuigkeiten aus China

Heute, Gefängnisvergewaltigung als Abschreckung:

Ausgeleiert…

In Inner Mongolia wird mithilfe dieses Posters aufgerufen die Gesetze zu befolgen. Diese Chrysantheme steht offensichtlich für den menschlichen Anus, also ist der Kontext erschliessbar. Die Bürger finden das nicht so toll, daher wurde die Kampagne eingestellt. Naja, eine wenig geschmacklos ist es ja schon, obwohl angemerkt sein sollte, dass Vergewaltigung in chinesischen Gefängnissen eher kein wirkliches Problem darstellt, anders als in westlichen Anstalten. Schlechtes Essen und Erniedrigung (in entlegenen Gegenden) sind da dramatischer.

Was sonst noch…eine Dame wurde durch einen elektrischen Schlag ihres Iphones getötet, die chinesische Botschaft in den USA wurde mit dem „Demolish“ Zeichen “拆” verunstaltet (ein eher unpopuläres Zeichen das auf Wände von Häusern gesprüht wird, die zum Abriss [häufig ungewollt] vorgesehen sind) und in der Provinz Hebei prügeln sich zwei weibliche Verkehrspolizisten auf offener Straße:

Ausgezeichnete Zeiten in diesem Land!


Neuigkeiten aus China

Bzzzzzz….

Nun, was gibt es sonst so. Bei der SML Mall in Xuhui (also gleich ums Eck) hat es einen Russen per Stromschlag erledigt. Sein Hund sprang zunächst in einen Brunnen und erlitt einen Schlag im Wasser. Der junge Bolschewik (26) wollte ihn darauf retten, betrat das Wasser und hat ebenfalls einen Schlag bekommen. Er erlitt einen Herzstillstand, konnte aber im Ruijin Hospital wiederbelebt werden. Leider ist er dann gestern nach 3 Tagen doch gestorben. Da werden beim Mall Betreiber ein paar Köpfe rollen, so viel steht schon mal fest.

 

Schlaue Wissenschaftler haben durch Studien herausgefunden, dass die Bewohner Beijings im Durchschnitt 5,5 Jahre frueher sterben als Bewohner südlich des Huai Flusses.  Zurück zu führen ist dieses frühe Ableben auf den örtlichen Smog, vor allem begünstigt durch Kohleheizungen. Der Kopf des Umweltministeriums sieht sich bereits Druck ausgesetzt, also kann man davon ausgehen, dass er bald „weg gelobt“ wird.

 

Der Asiana Flug 214 welcher in San Francisco abgestürzt ist schlägt hohe Wellen, denn der Ursprungsflughafen war Shanghai. Die beiden Todesopfer waren chinesische Jugendlich auf dem Weg zum Sommercamp, wirklich tragisch. Die Dokumentation des Unglücks ist ja überdeutlich mit Filmchen und Fotos, dabei geraten 8 Tote durch Hochwasser in Szechuan völlig ins Hintertreffen, denn diese kommen ja jedes Jahr vor….